Brände unter Kontrolle
Entwarnung auf Iberischer Halbinsel

Mit dem Ende der Hitzewelle in Spanien und Portugal sind auch die Waldbrände auf der Iberischen Halbinsel eingedämmt worden. Dagegen haben sich im Waldbrandgebiet von Leuk im Südschweizer Kanton Wallis am Samstag neue Schwelbrände entzündet.

HB/dpa MADRID/LISSABON/GENF. Starker Regen hatte hier am Freitagnachmittag die Löscharbeiten zunächst erleichtert. Auch auf der italienischen Mittelmeerinsel Sardinien und in der Nähe von Brescia in Norditalien brannte es am Wochenende wieder. Mehrere Menschen wurden Opfer der Flammen.

In Portugal, das in den vergangenen drei Wochen von der verheerendsten Brandserie seiner Geschichte heimgesucht worden war, gaben die Löschmannschaften am Wochenende Entwarnung. „Alle Feuer sind gelöscht“, erklärte Feuerwehrchef João Abrantes am Samstag. In dem Land wurden in diesem Jahr 2150 Quadratkilometer Wald Raub der Flammen. Dies entspricht fast der Fläche Luxemburgs. 18 Menschen kamen bei den Feuern ums Leben. 65 mutmaßliche Brandstifter wurden festgenommen. Die Wiederaufforstung der vernichteten Wälder wird nach Angaben von Experten 20 bis 30 Jahre dauern.

Auch im benachbarten Spanien entspannte sich die Lage. Nur in der Region Extremadura im Südwesten des Landes bekämpften die Löschmannschaften am Sonntag noch einen Brandherd in der Provinz Cáceres. In dieser Gegend waren etwa zehn Dörfer mit insgesamt 5000 Einwohnern evakuiert worden. Innerhalb von 24 Stunden brannten 100 Quadratkilometer Baum- und Buschland nieder.

In Katalonien im Nordosten Spaniens konnten die 6000 Bewohner der Kleinstadt Maçanet de la Selva, die vor Waldbränden in Sicherheit gebracht worden waren, in ihre Wohnungen zurückkehren. In einigen Teilen Nord- und Ostspaniens gingen am Sonntag Wolkenbrüche nieder. Nahe Barcelona, wo es noch vor einer Woche brannte, prasselten über 50 Liter Regen pro Quadratmeter nieder. Häuser wurden abgedeckt, Bäume stürzten um, zahlreiche Stromleitungen rissen und Bahnschienen wurden unterspült. Die Bahnstrecke Barcelona-Valencia entlang der Mittelmeerküste wurde auf Grund eines Stromausfalls zeitweise lahm gelegt.

Im Waldbrandgebiet von Leuk im Südschweizer Kanton Wallis entzündeten sich nach Angaben lokaler Behörden am Samstag wieder neue Schwelbrände. Die Einsatzkräfte hätten die Situation aber stets unter Kontrolle. Am Sonntag wurde das Personal reduziert. Regen hatte am Freitag nach Angaben der Kantonspolizei die Löscharbeiten eines der schwersten Waldbrände in der Schweiz erleichtert. Das Feuer hatte sich rasend schnell über rund 1200 Höhenmeter bis hinauf zur Baumgrenze auf 2000 Metern ausgebreitet.

Kritik äußerte der für das Gebiet zuständige Förster Viktor Bregy. „Die Hubschrauber wurden zu spät alarmiert“, sagte er der in Zürich erscheinenden „SonntagsZeitung“. Sie seien erst eine Dreiviertelstunde nach Entdeckung des Feuers vor Ort gewesen. Zudem habe zu wenig Löschwasser zur Verfügung gestanden. Laut Bregy handelte es sich um den vierten Großbrand in der Region in den vergangenen zwanzig Jahren.

Das Feuer war am Mittwochabend ausgebrochen und hatte rund 450 Hektar Wald zerstört. Ein Sprecher der Kantonspolizei sagte: „Es kann noch Tage dauern, bis man tatsächlich Entwarnung geben kann.“ Die Glut reiche teils bis zu einem Meter tief in den Boden. Bregy schließt sogar Monate nicht aus.

In Italien gab es seit Jahresbeginn über 7900 Wald- und Buschbrände, fast doppelt so viel wie im gesamten Jahr 2002. Es handelt sich aber meist um eher kleinere Feuer, die im Durchschnitt lediglich etwa sieben Hektar Wald- und Buschland zerstören. Am Wochenende brannte es wieder auf Sardinien und in der Nähe von Brescia in Norditalien.

Im Hinterland der türkischen Mittelmeerstadt Antalya brannte ebenfalls einen Wald. Die Feuerwehr stieß am Freitagabend auf zwei verbrannte Leichen. Die Behörden vermuten, dass hier das Feuer gelegt wurde, um die Leichen unkenntlich zu machen.

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