Brände unter Kontrolle
Galizien will gegen Brandstifter vorgehen

Die seit zwei Wochen tobenden Feuer im nordspanischen Galizien sind inzwischen zwar weitgehend unter Kontrolle. Doch die industriell unterentwickelte Region fürchtet, dass das Abbrennen 50 000 Hektar Waldfläche langfristig die wirtschaftliche Entwicklung einschränkt.

MADRID. Vor den Flammen flohen in den vergangenen Tagen Tausende von Urlaubern. Zumeist legten Brandstifter die Feuer. Noch immer lodern in Galizien 38 Feuer, acht davon weiten sich noch aus.

Der Naturschutzverein WWF schätzt die aktuelle Schadenssumme auf 500 Mill. Euro. Spanische Zeitungen beziffern sie sogar auf 760 Mill. Euro. Zahlreiche Campingplätze mussten in den vergangenen Wochen evakuiert werden. Das trieb so manchen Besitzer schon jetzt in den Ruin. „Jedes Mal kostet mich das 7000 Euro“, klagt der Deutsche Wolfgang Hinrich, Besitzer eines Zeltplatzes in Louro.

Seit dem Jahr 2000 wird der Mittelmeerraum wegen des ausbleibendem Regen verstärkt von Feuern heimgesucht. Jedes Jahr gehen dadurch nach Angaben des WWF rund 800 000 Hektar Waldfläche verloren. Neu ist jedoch die hohe Zahl der Brandstiftungen. In Galizien geht man davon aus, dass 80 Prozent der weit über hundert Feuer gelegt wurden. In Spanien und auch beim WWF werden deswegen immer mehr Stimmen laut, die schärfere Strafen für die Brandstifter fordern.

Das spanische Justiz- und Verteidigungsministerium reagierte auf die wachsende Kritik. Von den im Zusammenhang mit den Bränden in Galizien 30 Festgenommenen sitzen bereits sechs im Gefängnis, vier befinden sich unter psychologischer Beobachtung. Der zuständige Staatsanwalt Cándido Conde-Pumpido hält es jedoch für schwierig, die kriminellen Straftäter zu erwischen: „Sie haben sich auf diese Art von Verbrechen spezialisiert und in den vergangenen Jahren dementsprechend organisiert.“

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