Brandanschläge Autos brennen auch in der vierten Nacht

Neukölln, Moabit, Schmöckwitz: Die Serie von Brandanschlägen geht weiter. Auch in der vierten Nacht brannten in der Hauptstadt Autos. Seit Dienstag wurden 67 Fahrzeuge beschädigt.
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Jetzt brennt auch die Mittelklasse
Wieder Auto-Brandanschläge in Berlin
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Ein Passant betrachtet am 16.08.2011 in Berlin in der Reußallee einen ausgebrannten Mercedes. In dieser Nacht wurden in Berlin-Charlottenburg weitere elf Autos angezündet, sieben andere Fahrzeuge wurden ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. Damit setzt sich die Serie der Brandstiftungen an Autos in der Bundeshauptstadt fort, die die Polizei bereits seit 2010 beschäftigt. Kleiner Trost für die Betroffenen: In der Regel werden abgebrannte Autos von der KFZ-Versicherung ersetzt. "Das gilt auch dann, wenn der Wagen von Unbekannten mutwillig angezündet wurde", erklärt Oskar Riedmeyer, Vizepräsident des Deutschen Anwaltvereins. Die Versicherung gehe hier von einem Brand- und nicht von einem Vandalismusschaden aus. Sowohl eine Teil- als auch eine Vollkaskoversicherung komme daher für den Schaden auf. Ersetzt werde dabei allerdings immer nur der Zeitwert des Fahrzeugs ...

Wieder Auto-Brandanschläge in Berlin
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Passanten betrachten am 16.08.2011 in Berlin einen ausgebrannten Mercedes. In früheren Jahren bevorzugten die Chaoten, die zunächst in Berlin, nun aber auch in Brandenburg und Hamburg zündeln, die automobile Oberklasse. Mittlerweile trifft es aber auch Smart, Mercedes B-Klasse, Skoda und Volkswagen. Kommt es in einer bestimmten Gegend häufig zu Brandstiftungen, wie derzeit in Berlin, sollten Versicherte vorsichtig sein. Wenn etwa mit der Versicherung ein Rabatt für eine Garagennutzung vereinbart wurde, muss das Auto auch dort geparkt werden. Sonst kann die Versicherung die Regulierung ablehnen. Wer keine Garage hat, darf das Auto aber am Straßenrand parken, das allein kann die Versicherung nicht als grobe Fahrlässigkeit werten.

Wieder Auto-Brandanschläge in Berlin
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In der Berlin Reußallee stehen dieser ausgebrannte Mercedes und einen ebenfalls ausgebrannter Smart. Die Polizei ermittelt derzeit, ob die noch unbekannten Täter politisch motiviert waren. Dass im Brandfall der Tank explodiert, ist nahezu ausgeschlossen, das ist ein Hollywood-Filmmythos. Allerdings können Stichflammen entstehen, wenn die Reifen platzen, Airbags auslösen oder auslaufender Kraftstoff Feuer fängt. Die größte Gefahr, die von einem brennenden Auto ausgeht, ist der giftige Qualm und die starke Hitze ...

Wieder brennen Autos in Berlin
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Ausgebranntes Auto am Charlottenburger Ufer in Berlin. An drei aufeinanderfolgenden Nächten wurden bis zum 17.08.2011 mehr als 30 Autos in der Hauptstadt angezündet. Ein Opfer der Brandstiftungen ist Axel Andres aus Charlottenburg. Er sei „wütend und enttäuscht“, sagte er der Nachrichtenagentur dapd. Kurz vor dem Brand an seinem Pkw in der Eosanderstraße sei ein Mannschaftswagen der Polizei vorbeigefahren, was den oder die Täter offenbar nicht abgeschreckt habe. „Damit wird nichts erreicht. Nötig sind mehr Polizisten auf der Straße“, forderte der Freiberufler.    

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Die Täter setzen in den meisten Fällen mit Brandbeschleuniger zunächst einen Autoreifen in Brand, die Flammen greifen dann zügig auf den Motorraum über.

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Ein weiteres Flammenopfer auf der Straße Zum Hechtgraben in Berlin.

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Die gleiche Straße, das nächste Opfer: Zum Hechtgraben in Berlin.

BerlinDie Serie von Brandanschlägen auf Autos in Berlin geht weiter. In der vierten Nacht in Folge setzten Unbekannte in mehreren Stadtteilen Fahrzeuge in Brand. Insgesamt wurden in der Nacht zum Freitag elf Autos angezündet, zwei weitere Versuche blieben vergeblich. Zudem wurden nach Angaben der Polizei sieben Fahrzeuge durch Feuer in Mitleidenschaft gezogen. Seit der Nacht zum Dienstag sind damit durch Brandstiftungen und übergreifende Flammen in der Hauptstadt 67 Fahrzeuge ganz oder teilweise beschädigt worden.

Über die Motive der Brandstiftungen gibt es bei der Polizei unterschiedliche Einschätzungen. Neben politischen Anschlägen gebe es auch zunehmend Nachahmungstäter, hieß es. Kein politisches Motiv gibt es vermutlich für einen Brand auf einem Schrottplatz in Schmöckwitz im Osten der Stadt. Dort wurden sechs Autos angezündet, weitere sechs wurden beschädigt. Die Polizei sicherte dort Einbruchsspuren. Etwas später fingen in der Nähe zwei weitere Autos Feuer. Die Beamten gingen in diesem Fall von Brandstiftung aus, der auf den ersten Blick in das Muster der vergangenen Nächte passe.

Dasselbe gelte für eine Brandstiftung in Moabit. Dort stand gegen 1.15 Uhr ein Auto auf einem Hinterhof in Flammen, ein weiteres wurde beschädigt. Kurz nach 03.00 Uhr brannte es dann auch in Neukölln-Rudow: Ein geparktes Mittelklasse-Auto stand in Flammen. Bereits vor Mitternacht war ein Auto in Kreuzberg angezündet worden. Doch hierbei handele sich um eine Brandstiftung mit völlig anderen Motiven, denn das hochwertige Cabriolet sei als gestohlen gemeldet. Das Feuer sei zudem ins Innere des Wagens gelegt worden. Am frühen Freitagmorgen wurde dann versucht, in Charlottenburg ein hochwertiges Auto anzuzünden. Seit der Nacht zum Dienstag haben Polizei und Feuerwehr in Berlin immer wieder mit nächtlichen Brandstiftungen an Autos zu kämpfen. Bislang konnten die unbekannten Täter erfolgreich flüchten.

Ein Opfer der Brandstiftungen ist Axel Andres aus Charlottenburg. Er sei „wütend und enttäuscht“, sagte er. Kurz vor dem Brand an seinem Pkw in der Eosanderstraße sei ein Mannschaftswagen der Polizei vorbeigefahren, was den oder die Täter offenbar nicht abgeschreckt habe. „Damit wird nichts erreicht. Nötig sind mehr Polizisten auf der Straße“, forderte der Freiberufler.    

Die GdP fordert, im Kampf gegen Autobrandstifter die Bundespolizei und Beamte aus anderen Bundesländern in Berlin einzusetzen. Die Beamten müssten mindestens sechs Monate lang die Berliner Kollegen unterstützen, sagte Landeschef Michael Purper, der „Berliner Morgenpost“.

Der Berliner Senat habe in den vergangenen zehn Jahren rund 4.000 Polizisten eingespart, „sodass heute nur noch rund 15.000 voll einsetzbare Beamte für Gesamt-Berlin zur Verfügung stehen“. 1990 seien es allein in West-Berlin 22.000 gewesen.    

Der Gewerkschafter fordert zudem, zum alten Arbeitszeitmodell zurückzukehren, „weil die Kollegen rund um die Uhr sofort verstärkt werden können. Mit den neuen Arbeitszeitmodellen wurde die Polizeidichte in Berlin besonders zur Nachtzeit deutlich heruntergefahren.“

Die Brandstiftungen in Berlin gehen weiter

Laut Polizei haben Brandstifter in Berlin dieses Jahr bereits mehr als 140 Autos angezündet. Die Ermittler setzten eine Belohnung von bis zu 5.000 Euro für Hinweise aus, die zur Ergreifung von Auto-Brandstiftern führen. Unterdessen wurden erstmals in der Nacht zu Donnerstag auch Wagen in Brandenburg angezündet. Ein Pkw und ein Kleintransporter brannten in Niedergörsdorf (Kreis Teltow-Fläming) aus.

  • dapd
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