Brandenburgs Innenminister Schönbohm vor Ort
Neonazi-Aufmarsch in Halbe bleibt friedlich

Rund 900 Rechtsexteme und 1000 Gegendemonstranten haben sich im brandenburgischen Halbe versammelt. Bis zum Nachmittag blieb die Lage friedlich.

HB BERLIN. Begleitet von einem starken Polizeiaufgebot haben sich rund 900 Rechtsextremisten in Halbe südlich von Berlin zu einer Kundgebung versammelt. Die Neonazis wollten in der Nähe des größten Soldatenfriedhofs Deutschlands ein so genanntes «Heldengedenken» abhalten.

Zugleich protestierten rund 1000 Menschen gegen die rechtsextreme Kundgebung. Sie wollten auch der bei Halbe gefallenen sowjetischen Soldaten, der NS-Opfer, Wehrmachtsdeserteure und Zwangsarbeiter gedenken. Insgesamt drei Gegenveranstaltungen waren mit Auflagen gestattet worden. Sie durften nur auf dem Bahnhofsvorplatz stattfinden. Autonome hatten im Internet massive Störungen des rechtsextremistischen Aufmarsches angekündigt.

Zwischenfälle gab es bis zum Nachmittag nicht. Mit einem Großaufgebot von 1600 Beamten habe die Polizei Auseinandersetzungen zwischen Rechts- und Linksextremen verhindern können, sagte ein Sprecher. Die Anhänger der rechten Szene hätten sich «auflagentreu» verhalten. Gegenüber der Polizei bekannten Personen war vorsorglich ein Aufenthaltsverbot für Halbe ausgesprochen worden.

Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm informierte sich in Halbe über die Polizeiaktion. Das Oberverwaltungsgericht Frankfurt/Oder hatte am Freitag in letzter Instanz das polizeiliche Verbot der Neonazi-Kundgebung aufgehoben. Eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung sei nicht gegeben. Nach Aufmärschen Anfang der 90er Jahre waren die rechten Kundgebungen mehrere Jahre lang unterbunden worden, 2003 hoben Gerichte die Verbote jedoch auf.

Angemeldet wurde der rechte Aufzug unter dem Motto «Ruhm und Ehre dem deutschen Frontsoldaten» von dem Rechtsextremisten Lars Jacobs. Versammlungsleiter ist der Hamburger Neonazi Christian Worch. Auf dem Waldfriedhof in Halbe befinden sich rund 24.000 Soldatengräber, 37 Grabstätten von NS-Zwangsarbeitern und rund 4500 Gräber von Internierten aus dem sowjetischen NKWD-Lager Ketschendorf.

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