Brandherde außer Kontrolle
Feuersturm in Australien fordert Dutzende Opfer

Starke Winde haben am Wochenende eine Feuerwalze durch den südostaustralischen Staat Victoria getrieben, in der mindestens 84 Menschen ums Leben kamen und ganze Ortschaften in Schutt und Asche gelegt wurden.

dpa(ap SIDNEY. Mehr als 750 Häuser wurden bei der jüngsten Feuerkatastrophe zerstört. 200 000 Hektar Wald verbrannten. Am stärksten betroffen war die Stadt Kinglake - 55 der Einwohner starben. Im Hinterland von Melbourne waren bei starken Winden und Temperaturen bis zu 46 Grad seit Freitag rund 400 Brandherde außer Kontrolle geraten, die im dürren Holz und Gestrüpp reiche Nahrung finden.

Ministerpräsident Rudd: „Die wahre Hölle ist über Victoria gekommen“

Ministerpräsident Kevin Rudd sprach von einer „schrecklichen Tragödie für die ganze Nation“. Mindestens 1.200 Quadratkilometer Land wurden ein Raub der Flammen. Feuerwehr und freiwillige Helfer kämpften bis zur Erschöpfung gegen die Buschbrände - dennoch loderten am Sonntag noch 30 unkontrollierte Feuer, teilten die Behörden mit. Schon da stand fest, dass Australien die folgenschwerste Brandkatastrophe seiner Geschichte erlebt: 1983 kamen bei Buschbränden in zwei Staaten 75 Menschen um.

Mindestens 640 Häuser brannten nieder. Die Bewohner stellten sich bis zuletzt mit Gartenschläuchen den baumhoch lodernden Flammen entgegen. Ein Mann sagte dem Fernsehsender Sky, er habe gegen das Feuer gekämpft, bis er erst den Benzintank seines Autos und dann den Propangastank seines Hauses explodieren hörte. „Es regnete Feuer“, sagte er. Er und seine Frau seien geflohen: „Wir versteckten uns in unserem Olivenhain und sahen zu, wie unser Haus abbrannte.“

„Die wahre Hölle ist in den letzten 24 Stunden über die guten Leute von Victoria gekommen“, sagte Rudd. Die Regierung mobilisierte Bundeshilfe für die Katastrophengebiete und gab zehn Millionen australische Dollar (5,8 Millionen Euro) Nothilfe frei. Spendenaufrufe stießen auf große Resonanz. Im nördlichen Queensland verfolgten viele Menschen das Flammeninferno in überschwemmten Häusern: Wochenlanger Regen hat in Teilen ihres Staates Hochwasser ausgelöst.

Dramatische Szenen

In Victoria, aber auch in New South Wales haben umgekehrte Wetterextreme zu der Feuerkatastrophe geführt: Eine Hitzewelle mit bis zu 47 Grad Celsius und starke Winde. Augenzeugen berichteten, sie hätten Bäume regelrecht explodieren und vom Himmel Asche regnen sehen. Die Polizei hatte Probleme, die niedergebrannten Gebiete nach Überlebenden und Opfern zu durchsuchen und das genaue Schadensausmaß zu erheben.

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