Brandstiftung fordert fünf Opfer
Tödliche Feuersbrunst in Südfrankreich

Vier Ausländer - zwei Briten, eine Niederländerin und ein Pole - sind bei dem verheerenden Brand im Maurengebirge an der Côte d'Azur umgekommen. Dies teilte die zuständige Präfektur am Dienstag in Toulon mit. Der schwer betroffene Ort Sainte-Maxime am Mittelmeer entging in der Nacht zum Dienstag dabei nur knapp einer Katastrophe.

dpa FREJUS. Zusammen mit einem 49-jährigen Mann, der auf Korsika seinen schweren Brandverletzungen erlag, sind damit fünf Menschen in dem schlimmsten Brandsommer Frankreichs seit dem Jahr 1976 ums Leben gekommen.

Frankreichs Präsident Jacques Chirac will nach den verheerenden Feuern mit aller Härte gegen Brandstifter vorgehen. „Wir werden die Brandstifter unerbittlich verfolgen und äußerst streng bestrafen“, sagte Chirac auf seinem Rückflug von Französisch-Polynesien.

„Das Feuer breitete sich rasend schnell aus, und die Feuerwehr war völlig überfordert“, sagte ein Retter zu der gefährlichen Situation in der Nacht in Sainte-Maxime. Feuerwehrleute berichteten, sie hätten in der Nähe mehrere Brandherde mit Molotow-Cocktails gefunden. „Wir haben Flaschen mit Zündschnüren entdeckt“, sagte der Bürgermeister von Fréjus, Elie Brun. Auch in Fréjus waren mehrere Feuer entstanden.

Im Hinterland der Côte d'Azur gelang es am Dienstag den etwa 900 Feuerwehrleuten, die Flammen einzudämmen und ihr Überspringen auf bewohnte Gebiete zu verhindern. Im Maurengebirge wurden bislang mehr als 8000 Hektar ein Raub der Flammen. Innenminister Nicolas Sarkozy sprach bei einem Besuch in der Region von „ökologischem Massaker“. Feuerwehrleute aus anderen Regionen Frankreichs, aus Italien und Lösch-Helikopter aus Russland wurden zur Verstärkung herangezogen.

Die Nacht im Auto verbracht

Zwei der Todesopfer, ein 15-jähriges Mädchen und ihre Großmutter, sind nach den Angaben der Behörden Briten. Die 76-jährige Niederländerin wurde bei Sainte-Maxime von den Flammen umzingelt und verbrannt. In der Nähe von Vidauban kam der 72 Jahre alte Pole um. Mehr als 6000 Menschen mussten nachts vorübergehend in Sicherheit gebracht werden. „Es gab völlig verstopfte Straßen, als die Leute flüchten wollten“, sagte ein Anwohner bei Fréjus. Viele Urlauber seien bis zum Strand gefahren und hätten die Nacht im Auto verbracht. Anderen konnten in Notunterkünften Zuflucht finden. Bei Sainte-Maxime und bei Fréjus, wo zahlreiche Touristen Sommerresidenzen besitzen, wurden nach Angaben der Feuerwehr 60 Häuser beschädigt oder zerstört.

In dem Gebirge bei Fréjus hatte ein riesiges Feuer erst vor zehn Tagen etwa 10 000 Hektar eingeäschert. Der neue Brand ging ebenfalls von Vidauban aus und verlief dann etwas weiter südlich. Extreme Trockenheit und heftiger Mistral mit bis zu 60 Stundenkilometern begünstigen die Flammen. In jedem Sommer brennen in Südfrankreich tausende Hektar Wald. Beim bisher schlimmsten Brand 1949 starben in Südwestfrankreich 82 Menschen, 50 000 Hektar Wald wurden vernichtet.

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