Brasilien
Anklagen nach Gruppenvergewaltigung

Die Gruppenvergewaltigung einer 16-Jährigen hatte Entsetzen und Proteste ausgelöst. Jetzt werden sieben Männer, darunter ein Jugendlicher, angeklagt. Die Staatsanwaltschaft hofft auf saftige Strafen.

Rio de JaneiroFür die Gruppenvergewaltigung eines 16-jährigen Mädchens sollen sich in Brasilien sieben Männer verantworten. Vier von ihnen sollen für die Gewalttat in einem Slum in Rio de Janeiro selbst verantwortlich sein, zwei weitere für die Verbreitung von Videos, wie die Polizei mitteilte. Im Visier der Fahnder steht zudem ein Drogenboss, der die Gewalttat gebilligt haben soll. Gegen die sieben Verdächtigen beantragte die Polizei am Freitag die Einleitung eines Strafverfahrens.

Wegen der Bilder von den Männern und ihrem ohnmächtigen Opfer, die auf sozialen Netzwerken verbreitet wurden, machte der Fall vom 21. Mai international Schlagzeilen. In Brasilien zeigten sich zahlreiche Menschen erschüttert. Der Fall wurde dort zum Symbol für die weit verbreitete Gewalt gegen Frauen.

Das Opfer in Rio de Janeiro glaubt, es sei von mehr als 30 Männern vergewaltigt worden. Chefermittlerin Cristiana Bento sagte jedoch, die Erinnerung des Mädchens sei wohl getrübt, weil es unter Drogen gesetzt worden oder durch den Übergriff traumatisiert sei. Die Beweise deuteten darauf hin, dass drei Männer und ein Jugendlicher sich an dem Mädchen vergangen hätten.

Es sei auch möglich, dass ein im Netz verbreitetes Video das Opfer verwirrt habe. Darin zeigt einer der Verdächtigen auf das nackt und bewusstlose Mädchen und erklärt, es sei „von mehr als 30 geschwängert worden.“

Die Videos und anderes Material in sozialen Medien machte die Polizei auf die Gruppenvergewaltigung aufmerksam und führte sie auf die Spur der Verdächtigen. Zwei der Männer wurden festgenommen, der Rest ist allerdings flüchtig.

Auf die Vergewaltigung eines schutzbedürftigen Opfers kann in Brasilien eine Höchststrafe von 15 Jahren Gefängnis stehen, für ein pornografisches Video einer Minderjährigen drohen acht Jahre Haft. Die Verbreitung solcher Aufnahmen kann mit maximal sechs Jahren Gefängnis bestraft werden.

Chefermittlerin Bento drückte ihre Hoffnung auf eine harte Bestrafung der Beschuldigten aus, um so ein Zeichen zu setzen. Das Opfer selbst befindet sich derzeit in einem Zeugenschutzprogramm.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%