Brasilien: Mehr als 30 Tote bei erneuter Häftlingsrevolte

Brasilien
Mehr als 30 Tote bei erneuter Häftlingsrevolte

Der Krieg zwischen kriminellen Banden in Brasiliens Gefängnissen nimmt kein Ende. Bereits am Montag starben mehr als 50 Häftlinge in Manaus. Vier Tage später kam es nun zu einer mutmaßlichen Racheaktion in Boa Vista.
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Rio de JaneiroMindestens 33 Häftlinge sind bei einer erneuten Gefängnisrevolte in Brasilien umgekommen. Das teilten die Justizbehörden des nordbrasilianischen Bundesstaates Roraima am Freitag mit, wie das Nachrichtenportal G1 berichtete. Erst am Montag waren im benachbarten Bundesstaat Amazonia 56 Insassen in einer Haftanstalt in Manaus in einem Streit zwischen rivalisierenden Banden getötet worden.

Die Revolte sei am frühen Freitag in der Haftanstalt Monte Cristo bei Boa Vista entstanden. Die Sicherheitskräfte haben nach Angaben der Behörden bereits die Kontrolle über die ländliche Haftanlage wiedergewonnen. Die Täter seien Mitglieder der kriminellen Bande Primeiro Comando do Capital (PCC/Erstes Kommando der Hauptstadt), erklärte der Sicherheitssekretär von Roraima, Uziel Castro. Die Leichen der Opfer seien teilweise enthauptet und zerstückelt worden.

Bei der Revolte am Montag in Manaus gehörten viele der Opfer der PCC an. Die Behörden von Amazonia hatten nach dem Gemetzel in Manaus die Regierung von Roraima über eine Verbreitung des Krieges unter kriminellen Banden gewarnt. In Monte Cristo waren im vergangenen Oktober bei einer Fehde zehn Häftlinge getötet worden. In der Haftanstalt sitzen rund 1400 Insassen ein, bei einer Kapazität für nur 700 Häftlinge. Brasilien ist eines der Länder mit der höchsten Zahl an Gefängnisinsassen. Nach Angaben des Instituts IPCR gibt es derzeit mehr als 620 000 Häftlinge in Haftanstalten mit einer Gesamtkapazität für 372 000.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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