Braunbär JJ1
Bruno pirscht sich an Kaninchen heran

Vom bekanntesten deutschen Braunbären JJ1 alias Bruno gibt es neue Spuren: Er soll über Schafe und Kaninchen hergefallen sein. Finnische Bärenhunde übernehmen nun die Verfolgung. Österreichs Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, auf dessen Staatsgebiet Bruno auch sein Unwesen treibt, versteht die Aufregung auf deutscher Seite nicht.

HB INNSBRUCK/MÜNCHEN. Kurz nach der Ankunft von vier speziell ausgebildeten, karelischen Bärenhunden in Tirol wurden am Sonntag im Gebiet der Ganalm bei Terfens östlich von Innsbruck wieder Hinweise auf den Streuner entdeckt: Dort habe das Tier einen Kaninchenstall beschädigt. Außerdem „fehlten“ zwei Schafe, berichtete die Nachrichtenagentur APA. Ob Bruno auch für diese Missetat verantwortlich ist, war zunächst nicht bekannt.

Die von Finnland nach Tirol gebrachten Bärenhunde sollen jetzt die Fährte des aus Südtirol stammenden Jungbären erschnüffeln und die finnischen Bärenjäger zu ihm führen. Sollten diese Bruno nahe genug auf den dicken Pelz rücken, sollen sie ihn mit Hilfe eines Narkosegewehrs betäuben und in ein bayerisches Wildgehege bringen. Voraussichtlich an diesem Montag könne die Jagd losgehen, sagte ein Sprecher des bayerischen Umweltministeriums am Sonntag. Wo genau sich der Suchtrupp aufhält, wollte der Sprecher nicht bekannt geben. Man wolle gewährleisten, dass er in Ruhe seine Arbeit machen könne.

Auf Grund der neuen Spur würden die finnischen Bärenjäger mit ihren vier Hunden die Suche aufnehmen, hieß es am Sonntag. Für die Hatz auf Bruno wurde eine offizielle Genehmigung erteilt. Für zunächst zwei Wochen wurde der offiziell geltende Schießbefehl gegen den Streuner ausgesetzt. Der Einsatz der Hunde soll laut APA rund 25 000 Euro kosten, wobei die Kosten von Bayern und Tirol zusammen getragen werden.

Österreichs Bundeskanzler Wolfgang Schüssel hat sich verwundert über die Aufregung gezeigt, die der Braunbär in Deutschland verursache. „In Österreich sehen wir die Frage entspannter“, sagte Schüssel der „Bild am Sonntag“. „Wir haben ein Bären-Ansiedlungsprogramm, mit dessen Hilfe ganze Bären-Familien heimisch gemacht werden. Die richten auch ab und zu Schäden an, da wird auch mal ein Schaf gerissen. Aber das wird dann erstattet, und niemand regt sich auf.“

Zuletzt war Bruno, der seit Wochen im deutsch-österreichischen Grenzgebiet herumwandert und zwei Dutzend Schafe sowie mehrere Hasen getötet hat, am Freitag im Bezirk Imst gesehen worden. Ein Augenzeuge berichtete, er habe aus etwa 1500 Metern Entfernung gesehen, wie der Bär einem Wildhasen den Kopf gebissen habe.

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