Bremer Klinikum Mitte
Mehr tote Babys durch Keime als bisher bekannt

Drei weitere Babys sollen im Bremer Klinikum Mitte an einer Infektion mit Krankenhauskeimen gestorben sein. Gegen den entlassenen Chefarzt der Kinderstation wird nun wegen sechs Fällen fahrlässiger Tötung ermittelt.
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BremenIm Bremer Klinikum Mitte sind nach Angaben der Staatsanwaltschaft offenbar mehr Frühgeborene an einer Infektion mit Krankenhauskeimen gestorben als bislang bekannt. Aufgrund neuer Ermittlungsergebnisse werde wegen sechs Fällen fahrlässiger Tötung gegen den vor kurzem entlassenen Chefarzt der Kinderstation ermittelt, sagte ein Sprecher der Anklagebehörde in Bremen. Zuvor waren es drei.

Seinen Angaben nach besteht der „Anfangsverdacht“, dass bereits vor den bisher bekannten Todesfällen aus August und Oktober drei weitere Babys in der Spezialabteilung für Säuglinge starben. Ein Neugeborenes kam demnach 2010 ums Leben, je ein weiteres im März sowie Juli dieses Jahres.

Noch sei unklar, ob es sich bei dem Bakterium bei diesen drei Babys um das selbe handelte, das auch die späteren Opfer tötete, sagte der Sprecher. Es gebe unterschiedliche Unterarten des Keims. Weiteres müssten die Untersuchungen klären. Die drei Frühchen, die im August und Oktober in dem Klinikum starben, waren mit einem sogenannten ESBL-Erreger, einem gegen Antibiotika resistenten Bakterium der Gattung Klebsiella, infiziert.

Dabei handelt es sich um einen typischen Krankenhauskeim, der für Frühchen ohne funktionierendes Immunsystem gefährlich sein kann. Die Behörden untersuchen derzeit die Zusammenhänge der gehäuften Todesfälle. Im Zuge des Hygieneskandals hatte der Klinikbetreiber den beschuldigten Chefarzt der Kinderstation bereits vor kurzem fristlos entlassen.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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