Bremerhaven
Feuer auf Kühlschiff unter Kontrolle

Nach fast eineinhalb Tagen hat die Feuerwehr den Großbrand auf dem italienischen Kühlschiff „Cala Palma“ in einem Dock der Bremerhavener Lloyd-Werft unter Kontrolle gebracht. Nun hofft die Werft, den 190 Meter langen Frachter noch retten zu können.

HB BREMERHAVEN. „Jetzt besteht keine Gefahr mehr, dass sich das Feuer weiter ausbreitet und es kann gezielt abgelöscht werden“, sagte ein Sprecher der Bremerhavener Feuerwehr am frühen Donnerstagmorgen. Dennoch würden sich die Arbeiten auf der der Lloyd Werft noch Stunden hinziehen. Wahrscheinlich werde das Feuer erst am Donnerstagabend endgültig gelöscht sein.

Um die letzten Brandnester zu kontrollieren, wurde die Mannschaft in der Nacht zum Donnerstag auf zwölf Einsatzkräfte verkleinert. Zuvor waren zeitweise 42 Feuerwehrleute unter anderem aus Bremerhaven, Bremen und Cuxhaven vor Ort. Das Feuer war am Dienstagnachmittag aus unbekannter Ursache im Vorschiffbereich ausgebrochen und hatte sich einmal längs durch den Frachter gefressen. Die Werft rechnet aber nicht mit einem Totalschaden des auf 190 Meter verlängerten Schiffes.

In den Laderäumen stand die Isolierung fast in voller Ausdehnung in Flammen. Massiv erschwert wurden die Löscharbeiten durch das verwinkelte Innere des Schiffsrumpfes und die enorme Hitzeentwicklung. „Drinnen ist es teilweise so heiß, dass die Visiere der Helme schmelzen“, sagte ein Sprecher am Dienstag. Daher waren die Feuerwehrleute während des ganzen Einsatzes hauptsächlich damit beschäftigt, das Schiff von außen zu kühlen und eine Brandausdehnung zu verhindern.

Die dicken Rauchschwaden, die am ersten Tag von der Brandstelle in die Bremerhavener Innenstadt zogen, haben sich inzwischen gelegt. Zeitweise habe die Feuerwehr überlegt, die Stadt zu evakuieren, sagte Feuerwehrchef Joachim Held: „Aber es handelt sich nur um Nitrose-Gase und nichts Hochgiftiges.“ Am Dienstag hatten fünf Menschen, darunter ein Feuerwehrmann und zwei Werftarbeiter, über Atembeschwerden geklagt. Vorsorglich wurde ein etwa zwei Kilometer von der Brandstelle entfernter Supermarkt vorübergehend geschlossen. Regelmäßig kontrollierte die Feuerwehr den Schadstoffgehalt in der Luft.

Die „Cala Palma“ ist das erste von vier Kühlschiffen, das auf der Lloyd-Werft verlängert wurde. Der Einbau eines knapp 16 Meter langen Mittelstückes war gerade abgeschlossen. Am 21. August sollte die unter italienischer Flagge fahrende „Cala Palma“ Bremerhaven verlassen und im Trockendock Platz für das nächste Schiff der niederländischen Reederei Seatrade (Groningen) machen. Die Werft berät inzwischen nach eigenen Angaben mit der Reederei über die Fortsetzung des Großauftrages.

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