Britischer Postmitarbeiter stahl 30 Millionen Euro
Wenn der Postmann doppelt lebt

Ein britischer Postangestellter hat durch Scheckbetrug umgerechnet 30 Millionen Euro gestohlen. Der aus Kongo stammende 34-Jährige Dido Mayue-Belezika hatte über Jahre hinweg immer wieder Scheckbücher aus einem Verteilzentrum der Post in London mitgehen lassen, berichtete der Sender BBC am Freitag.

HB LONDON. Der Kongolese wurde am selben Tag zu sechseinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Der Postmann hatte ein Doppelleben geführt und in seiner „Freizeit“ einen Ganovenring mit rund 220 Mitgliedern kommandiert.

Sie hatten vor allem die Aufgabe, Unmengen an gefälschten Schecks mit zahlreichen Tricks zu Bargeld zu machen. Die Betrügereien seien zunächst nicht aufgeflogen, weil sich der Schaden auf etliche tausend Opfer verteilte, erklärten Ermittler. Sie seien jeweils um kleinere Summen betrogen wurden, die zudem meist von Geldinstituten erstattet wurden.

Der Postmitarbeiter fuhr täglich mit einer Rostlaube zur Arbeit, obwohl er mehrere Luxusautos besaß. Auch seine goldene Rolex trug er nur daheim, wenn er zu seinen Maßschneidern in die Savile Row oder fürstlich essen ging. Sein wichtigster Teilhaber war der ebenfalls aus dem Kongo stammende Schwager Ishiaba Kasonga, der als Vizechef des Scheckwäscher-Rings fungierte - und dafür dreieinhalb Jahre hinter Gittern verbringen muss.

Britische Medien verglichen den Gesamtschaden, den die Scheckbetrüger anrichteten, mit dem großen Postraub von 1963. Dabei hatten Ronnie Biggs und seine Kumpane allerdings nach heutiger Kaufkraft umgerechnet rund 50 Millionen Euro und damit noch rund 20 Millionen Euro mehr erbeutet.

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