Bruchlandung in San Francisco
Hinweise auf Pilotenfehler mehren sich

Die US-Flugsicherheit hat erste Erklärungen für den Flugzeugabsturz in San Francisco. Die Maschine sei zu langsam geflogen, ein Durchstarten zu spät erfolgt. Auch der Flughafen könnte eine Mitschuld am Unglück tragen.
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San Francisco/SeoulNach der Bruchlandung einer Passagiermaschine in San Francisco mit zwei Toten mehren sich die Hinweise auf einen Pilotenfehler. Die Boeing 777 flog die Landebahn viel zu langsam an, wie die Auswertung des Rekorders mit den Stimmen aus dem Cockpit ergab. Die südkoreanische Fluggesellschaft Asiana Airlines räumte zudem ein, dass der Pilot fast keine Erfahrung mit einer Maschine dieses Typs hatte. Tragisch: Eines der Todesopfer wurde möglicherweise von einem Rettungsfahrzeug überfahren.

Bei der verunglückten Landung der Boeing mit 307 Passagieren und Besatzungsmitgliedern an Bord waren am Samstag zwei chinesische Schülerinnen im Alter von 16 und 17 Jahren ums Leben gekommen. Sie wollten zusammen mit ihrer Klasse in Kalifornien an einem Feriencamp teilnehmen. Mehr als 180 Insassen mussten verletzt in Krankenhäuser gebracht werden. Sechs Menschen befanden sich am Sonntag (Ortszeit) noch in kritischem Zustand. Zwei Verletzte seien gelähmt, teilte das San Francisco General Hospital mit. Das Flugzeug war in Shanghai gestartet, hatte in Seoul einen Zwischenstopp eingelegt und sich dann auf die elfstündige Reise nach Kalifornien begeben.

Der Gerichtsmediziner, der die Leichname der beiden getöteten Chinesinnen untersuchen sollte, erklärte, man gehe auch der Möglichkeit nach, dass eine von ihnen überfahren wurde. Mit Autopsieergebnissen sei frühestens am Montag (Ortszeit) zu rechnen.

Die Chefin der Transportsicherheitsbehörde (NTSB), Deborah Hersman, sagte auf einer Pressekonferenz, die Anfluggeschwindigkeit sei deutlich zu niedrig gewesen. „Wir sprechen hier nicht von ein paar Knoten“, sagte sie. Das automatische Warnsystem habe die Piloten informiert, dass ein Strömungsabriss drohe. Während des Sinkflugs sei dies aber laut Stimmenrekorder gar kein Thema zwischen den Piloten im Cockpit gewesen. Erst wenige Sekunden vor der Bruchlandung hätten sie versucht zu beschleunigen, aber offenbar nicht stark genug. Dann, rund 1,5 Sekunden vor dem Aufprall, wurde plötzlich noch ein Ruf im Cockpit aufgezeichnet, die Landung ganz abzubrechen und durchzustarten, wie Hersman weiter sagte.

Auch mit der Flugsicherung am Boden gab es nach den bisherigen Auswertungen keine Kommunikation über mögliche Probleme beim Anflug. Die Sicht war gut, der Wind nur schwach.

Vor der Pressekonferenz hatte Hersman in einem Fernsehinterview erklärt, dass am Flughafen von San Francisco seit Juni der sogenannte Gleitpfad zur Lande-Navigation ausgefallen sei. Darüber seien die Piloten aber vorab informiert worden. Zudem gebe es eine Reihe anderer Instrumente, die bei der Landung helfen. Allerdings werde auch dieser Aspekt noch untersucht.

Asiana Airlines erklärte am Montag, der Pilot habe eine Boeing 777 zuvor noch nie auf dem Flughafen in San Francisco gelandet. Er habe am Samstag versucht, sich mit der Maschine weiter vertraut zu machen. Bislang hatte er laut einer Sprecherin zwar schon fast 10 000 Flugstunden absolviert, aber erst 43 auf einer Maschine dieses Typs. „Der Pilot befand sich für Flüge mit einer Boeing 777 noch im Übergangstraining.“ Der Flug nach San Francisco sei aber für Piloten im Training nicht ungewöhnlich. Nach der fatalen Bruchlandung der Maschine mit mehr als 300 Menschen an Bord wollten weder die amerikanischen noch südkoreanischen Behörden bisher von einem Pilotenfehler sprechen.

Die Leiterin der Kabinen-Crew, Lee Yoon-Hye, berichtete, dass zwei der aufblasbaren Notrutschen sich nicht wie vorgesehen nach außen entfalteten, sondern ins Innere des Flugzeugs. Dabei seien zwei ihrer Kollegen verletzt worden. Trotzdem hätten sie geholfen, die Menschen in Sicherheit zu bringen. Die meisten seien überraschend ruhiggeblieben.

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  • Jup, AF 447 war genau das gleiche Problem, nur dass die Assistenzsysteme in einer Extremsituation ausgefallen sind. Das ist dann halt nochmal eine andere Situation als die hier, wo der Mensch schneller zu Fehlern neigt, trotzdem war sowohl da als auch hier die fehlende Routine mit dem händischen Fliegen die Hauptursache, würde ich so jetzt schätzen. Wer bei so einem top Wetter ein Flugzeug nicht landen kann, hat im Cocpit auch nichts verloren

  • Ereigniskaskaden und wie sie entstehen: damit befassen sich Untersuchungskommissionen üblicherweise.

    Kein Mensch kann etwas dafür, wenn Administrationen ausgeschwärzte Untersuchungsberichte abliefern?
    Wer wählt denn so etwas?

  • ILS in sfo war abgeschaltet wg baumaßnahmen, bekannt seit 21 06 2013 andauernd bis voraussichtl 22 08 2013, glaubt man den quellen.

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