„Brückenbauer“ und Verleger
Lord Weidenfeld im Alter von 96 Jahren gestorben

In seinem Bemühen um Verständigung und Ausgleich war Lord George Weidenfeld unermüdlich, als Verleger feierte er unter anderem mit „Lolita“ Erfolge. Am Mittwoch ist der Lord im Alter von 96 Jahren gestorben.

Berlin / LondonEr floh vor den Nazis und setzte sich mit Leidenschaft für die Verständigung der Völker ein: Der britische Verleger und Diplomat Lord George Weidenfeld ist tot. Der langjährige „Welt“-Autor und Gründer des Verlags Weidenfeld & Nicolson starb am Mittwochmorgen im Alter von 96 Jahren, wie die Axel Springer SE bekanntgab.

„Mit Lord Weidenfeld hat die Welt eine herausragende Persönlichkeit verloren“, teilte Außenminister Frank-Walter Steinmeier mit und hob Vielseitigkeit, Scharfsinn und Intellekt des gebürtigen Wieners hervor. Weidenfeld war kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges nach London geflohen, noch im vergangenen Jahr hatte er sich für die Rettung christlicher Familien aus dem Irak und aus Syrien engagiert.

„Als Brückenbauer hat er sich mit all seiner Energie für Themen eingesetzt, die aktueller denn je sind: vom Religionsdialog über die Beziehungen Europas zu Israel bis hin zur europäischen Integration“, sagte Steinmeier. „Er wird uns fehlen.“ Weidenfeld war Träger zahlreicher internationaler Auszeichnungen, Königin Elizabeth II. hatte ihn 1969 in den Adelsstand erhoben.

Im von ihm mitgegründeten Verlag Weidenfeld & Nicolson erschienen unter anderem „Lolita“. Weidenfeld hinterlässt seine Frau und eine Tochter aus einer früheren Ehe.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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