Bürgermeister lässt Stadt räumen
New Orleans wird evakuiert

New Orleans Bürgermeister Ray Nagin hat am Dienstagabend (Ortszeit) verfügt, dass jeder Privatmann die Stadt zu verlassen habe. Alle, die blieben, behinderten nur die Aufräumarbeiten nach dem Hurrikan „Katrina“ und gefährdeten ihre Gesundheit.

HB WASHINGTON. Trotz mehrerer Aufforderungen zur Räumung waren nach Schätzungen Tausende Menschen in New Orleans geblieben. Seit Dienstagabend sind deshalb Polizisten, Feuerwehr, Nationalgardisten und Armeeangehörige „angehalten und autorisiert, die Entfernung aller Personen aus der Stadt zu erzwingen“, teilte das Büro des Bürgermeisters mit. „Katrina“ habe katastrophale Schäden verursacht. Jeder, der nicht als Helfer im Einsatz sei, behindere nur die Aufräumarbeiten.

Die Räumung kommt nicht von ungefähr. Krankheiten breiten sich rasend schnell aus. Im Sportstadion Astrodome sind einige hundert Flutopfer an einer Magen-Darm-Infektion erkrankt. Aus Sorge vor einer raschen Ausbreitung der Infektion in den Massenunterkünften haben die Gesundheitsbehörden eine Isolierstation im Astrodome eingerichtet. „Unter diesen einmaligen Umständen kann sich ein kleiner Virus rasch verbreiten“, sagte die Direktorin der Gesundheitsbehörden, Herminia Palacio. Im Astrodome benutzen die rund 16 000 Flüchtlinge aus New Orleans Gemeinschaftstoiletten und -duschräume. Die Metallpritschen stehen eng beieinander. In benachbarten Sportstätten sind mehr als 9000 weitere Menschen untergebracht, die nach Hurrikan „Katrina“ obdachlos geworden sind.

Im verdreckten Flutwasser in den Straßen von New Orleans wurden nach einem Bericht des Senders CNN inzwischen sogar hochgefährliche E-Coli-Bakterien entdeckt. „Es ist absolut ungesund, sich irgendwo in der Nähe dieses Wassers aufzuhalten“, sagte ein Mitarbeiter des Bürgermeisters. Kolibakterien (Escherichia coli) sind normalerweise harmlose Keime des Dickdarms. Mit Kolibakterien verschmutztes Trinkwasser kann aber lebensbedrohliche Erkrankungen auslösen. Herminia Palacio wies allerdings Gerüchte zurück, wonach einige der mehr als 25 000 Flüchtlinge aus New Orleans bereits an Cholera oder Hepathitis A erkrankt seien.

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