Bundespräsident würdigt Engagement
"Seelsorge ist gefragt und gebraucht"

Seit 50 Jahren können Ratsuchende bei der Telefonseelsorge anrufen und erste seelsorgerliche Hilfe bei ihren Problemen finden.

HB BERLIN. Zum 50-jährigen Bestehen der Telefonseelsorge hat Bundespräsident Horst Köhler das Engagement ihrer rund 7 200 haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter gewürdigt. „Zu geben kann genauso wohltuend sein wie zu nehmen“, sagte Köhler bei einem Festakt am Samstag in der Hauptstadtrepräsentanz der Deutschen Telekom in Berlin. Zugleich rief er zu mehr Fürsorge in der Gesellschaft auf. Am Vormittag hatten die katholische und evangelische Kirche mit einem ökumenischen Gottesdienst im Berliner Dom den Jahrestag der Telefonseelsorge gefeiert.

Köhler betonte, dass Fürsorge auch darin bestehe, „die Probleme, die die Menschen bedrücken, ernst zu nehmen und kontinuierlich darauf hinzuarbeiten, dass sich die Situation ändert“. Das sei „unser aller Pflicht und insbesondere die der Politik“. Die rund 7 000 ehrenamtlichen Mitarbeiter der Telefonseelsorge „geben einen Teil ihrer Lebenszeit dafür her, anderen in ihrer Not, in ihrer Trauer, bei Fragen nach dem Sinn des Lebens und der eigenen Zukunft beizustehen“. Damit gehe die Telefonseelsorge weit über das hinaus, was Seelsorge im eigentlichen Sinne bedeute. Sie sei weit mehr als eine innerkirchliche Angelegenheit.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Wolfgang Huber, nannte die Telefonseelsorge „ein Beispiel praktizierter Nächstenliebe“, das in die Gesellschaft ausstrahle und Mut mache. „Diese Form der Seelsorge ist gefragt und wird gebraucht.“ Huber forderte, es müsse auch in Zukunft für jeden Anrufer gewiss und sicher sein, dass niemand sonst etwas über die Inhalte des Gesprächs erfahre: „Ich bitte alle Beteiligten darum, das bei anstehenden Entscheidungen und Gesetzesvorlagen auch zu beachten.“

Die Telefonseelsorge wurde im Jahr 1956 von dem Berliner Arzt, Pfarrer und Psychotherapeuten Klaus Thomas gegründet. Mittlerweile existieren bundesweit 105 Einrichtungen, die meisten davon in gemeinsamer Trägerschaft von evangelischer und katholischer Kirche. Die Mitarbeiter bieten rund um die Uhr telefonische Beratung an. Dieses anonyme und kostenlose Angebot nutzen pro Jahr rund zwei Millionen Anrufer, davon knapp zwei Drittel Frauen. Seit die Deutsche Telekom im Juli 1997 die Kosten für sämtliche Gespräche übernahm, sind die Anrufe unter den bundesweit einheitlichen Nummern 0800-111 0 111 und 0800-111 0 222 rund um die Uhr gebührenfrei. (Internet: www.telefonseelsorge.de)

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