Bundesregierung fordert Freilasussung des Cap-Anamur-Chefs
Cap Anamur: Humanitär oder kriminell?

„Es darf nicht zugelassen werden, dass Elias Bierdel dafür bestraft werden soll, weil er Menschen, die in große Not geraten sind, helfen wollte“, erklärte Bundesentwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) in Berlin. Humanitäre Aktionen dürften nicht kriminalisiert werden.

HB HAMBURG/ROM. Bierdel war nach Angaben von „Cap Anamur“ am Montagabend von den italienischen Behörden fest genommen worden, nachdem das Schiff der Hilfsorganisation mit 37 Flüchtlingen im sizilianischen Porto Empedocle angelegt hatte. Bierdel werde die „Begünstigung illegaler Einreise“ vorgeworfen. Auch der Kapitän Stefan Schmidt und der Erste Offizier wurden nach stundenlangem Verhör in Polizeihaft genommen.

Die „Cap Anamur“ hatte erst auf Grund internationalen Drucks nach wochenlangem Warten auf hoher See in den Hafen einlaufen können. Die Afrikaner an Bord wurden nach Angaben der Hilfsorganisation inzwischen in Abschiebehaft genommen. Die Bundesregierung hatte es abgelehnt, ihnen in Deutschland Asyl zu gewähren. Die italienische Polizei äußerte unterdessen den Verdacht, dass die Männer nicht aus dem Sudan kämen, sondern eher aus Nigeria oder Ghana.

Justizminister Roberto Castelli bezeichnet den Fall „Cap Anamur“ als „gefährlichen Präzedenzfall“ für Italien. Es bestehe die Gefahr, dass der Welt der Eindruck vermittelt werde, Italien sei der Schwachpunkt Europas und könne seine Grenzen nicht kontrollieren.

Dem Einlaufen der „Cap Anamur“ in Porto Empedocle vorausgegangen war ein zähes Ringen mit den italienischen Behörden, die dem Flüchtlingsschiff immer wieder die Einfahrt in italienische Gewässer verboten hatten. Kapitän Schmidt hatte damit gedroht, trotzdem einzulaufen, weil sich die Lage an Bord dramatisch zugespitzt habe.

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