Bundesweite Razzia am Mittwoch
Illegale Medikamententests an Gießener Klinik

Zehn Ärzte der Universitätsklinik Gießen sollen über Jahre hinweg illegale Medikamententests an Patienten durchgeführt haben. Bei einer bundesweiten Razzia der Staatsanwaltschaft wurden am Mittowch zahlreiche Kliniken, Arztpraxen und Wohnungen durchsucht.

HB GIESSEN. Wegen des Verdachts illegaler Medikamententests an Patienten des Gießener Universitätsklinikums werden dienstrechtliche Konsequenzen für einen Chefarzt geprüft. Dies bestätigte die Gießener Hochschule, während das Klinikum auch am Donnerstag zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen war. In dem Krankenhaus sollen Mediziner, die bei dem Chefarzt beschäftigt waren, über Jahre hinweg bei schweren Operationen Versuchsreihen mit verschiedenen Wirkstoffen durchgeführt haben. Wie viele Patienten betroffen sein sollen, ist nach Darstellung der Gießener Staatsanwaltschaft bisher nicht bekannt.

Zehn Ärzte stehen unter dem Verdacht, sich an den Studien beteiligt zu haben. Die Erkenntnisse der Versuchsreihen sollen in Forschungsarbeiten geflossen sein, mit denen die Mediziner einen Doktor- oder Professorentitel erlangen wollten. Im wesentlichen soll es sich der Anklagebehörde zufolge um bereits zugelassene Medikamente gehandelt haben. Die Unterlagen, die bei einer bundesweiten Razzia am Mittwoch beschlagnahmt wurden, müssten zunächst ausgewertet werden, sagte ein Sprecher. Die Staatsanwaltschaft hatte 23 Kliniken, Arztpraxen und Wohnungen in ganz Deutschland durchsuchen lassen.

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