Bundesweiter sozialer Tag
Schüler jobben für den guten Zweck

Für den ersten bundesweiten Sozialen Tag haben am Donnerstag fast 400 000 Schüler in ganz Deutschland ihr Klassenzimmer gegen einen Arbeitsplatz getauscht und jobbten für ein paar Stunden als Eisverkäufer, Radiomoderator oder Bürohilfe.

Ihren Lohn spenden die Kinder und Jugendlichen für weltweite Hilfsprojekte. Rund vier Mill. Euro seien in diesem Jahr zusammen gekommen, berichtet Laura Sprenger, Sprecherin des Vereins Schüler Helfen Leben in Neumünster (Schleswig-Holstein), der den Sozialen Tag zusammen mit der Aktion Tagwerk in Mainz organisiert.

Die 18-jährige Sandra Reinecke ordnet zusammen mit einer Freundin Silberbesteck bei Schleswig-Holsteins Ex-Ministerpräsidentin Heide Simonis. Die Vorsitzende von UNICEF in Deutschland ist seit vielen Jahren Sammlerin, hat auf Flohmärkten hunderte Messer, Gabeln und Löffel gekauft. „Das Besteck muss nach Mustern sortiert werden“, erklärt die Gesamtschülerin Sandra, während sie mehrere zueinander passende Löffel stapelt.

Helfen steht an diesem Tag bei rund 1850 Schulen auf dem Stundenplan. Die Bandbreite der Jobs ist groß: Die Schüler arbeiten in Hotels als Zimmermädchen, Feuerwehrmann, Kuchenverkäufer oder Komparse in einer Seifenoper. In Hamburg etwa reinigen Schüler Busse, in Mainz können sie den Alltag eines Bäckers kennen lernen. In Berlin verrichten Jugendliche Gartenarbeit am Dienstsitz des Bundespräsidenten Horst Köhler, der Schirmherr des Sozialen Tages ist.

Vorreiter des Hilfsprojektes war Schleswig-Holstein. 1998 gab es den ersten Sozialen Tag, der danach alle zwei Jahre statt fand. Aus der zuerst kleinen Schülerinitiative wurde eine große Aktion. Nach und nach schlossen sich immer mehr Bundesländer an, in diesem Jahr waren zum ersten Mal alle dabei. Ein Mindestlohn wurde nicht vorgegeben. Das Geld ist für Projekte in Asien, Afrika, Lateinamerika und Südosteuropa bestimmt. In Bosnien-Herzegowina soll beispielsweise eine Tagesstätte für behinderte Kinder und Jugendliche unterstützt werden. Die Vertreter der teilnehmenden Schulen hatten die Reihenfolge der Projekte, die Geld bekommen sollen, selbst ausgewählt.

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