Bush: Werden unsere Lektion lernen
In New Orleans entspannt sich die Lage weiter

Die Lage in der us-amerikanischen Südstaatenmetropole New Orleans hat sich zwei Wochen nach Hurrikan „Katrina“ und den Deichbrüchen am Montag weiter entspannt. US-Präsident George W. Bush sprach von sichtbaren Fortschritten.

HB WASHINGTON. Bush ließ der sich am Vormittag auf der Ladefläche eines Armeefahrzeugs stehend die verwüstete Stadt und die Arbeit der Rettungseinheiten zeigen. Auch die Zahl der Toten scheint deutlich niedriger als zunächst befürchtet. Die Behörden sprachen von bisher rund 400 Toten in Louisiana und Mississippi. Der Bürgermeister von New Orleans, Ray Nagin, war zunächst von bis zu zehntausend Toten ausgegangen.

Bush betonte, die möglichen Fehler bei der Hilfe für das Katastrophengebiet würden gründlich analysiert. „Wir alle wollen unsere Lektionen lernen.“ Der Kongress werde genau prüfen, „was hier gut und was nicht gut lief“, sagte Bush. Den Vorwurf, die zögerlichen und unzureichenden Hilfsmaßnahmen in den ersten Tagen der Katastrophe hätten einen rassistischen Hintergrund, nannte der Präsident „einfach absurd“. Ebenso „lächerlich“ sei der Vorwurf, wegen des Kriegs im Irak habe es zu wenig Truppen für den Einsatz im Notstandsgebiet gegeben, so Bush, der von Nagin und der Gouverneurin von Louisiana, Kathleen Blanco, begleitet wurde.

Nachdem am Montag bereits Dutzende städtischer Pumpen sowie Geräte ausländischer Hilfsorganisationen das Hochwasser in dem überfluteten Gebiet allmählich abpumpten, nahm auch das erste Klärwerk der Stadt seine Arbeit wieder auf. Auf dem Louis-Armstrong- Flughafen sollte am Dienstag der zivile Luftverkehr wieder aufgenommen werden. Frachtmaschinen waren bereits am Sonntag wieder gelandet und gestartet. Die ersten Hotels nahmen laut US- Nachrichtensender CNN wieder Gäste auf. Auch die ersten Bars im berühmten French Quarter von New Orleans waren wieder geöffnet. Etwa 50 Prozent des Stadtgebiets sind dem Fernsehsender NBC zufolge noch überflutet - zu Beginn waren es 80 Prozent.

Bei seinem dritten Besuch im Katastrophengebiet hatte Bush in der Nacht zum Montag auf dem Kriegsschiff „USS Iwo Jima“ geschlafen, das vor der Küste ankert. Das Schiff dient derzeit als Kommandozentrale für die Koordinierung der Rettungs- und Hilfsmaßnahmen. Nach seiner Tour durch New Orleans wollte er auch die fast völlig zerstörte Stadt Gulfport im US-Staat Mississippi besuchen.

Kurz vor der Ankunft Bushs hatte die Polizei klar gemacht, dass die verbliebenen Einwohner der Südstaatenmetropole New Orleans vorerst in ihren Häusern bleiben dürfen. Die Polizei werde versuchen, die Menschen zum Verlassen der Stadt zu überreden, aber es werde keine „physische Gewalt“ angewandt, sagte ein Sprecher.

Unterdessen wollten die Behörden am Montag in New Orleans mit dem Sprühen von Insektiziden beginnen, um der Mückenplage Herr zu werden. Damit soll unter anderem die Verbreitung des West-Nil-Virus durch Mücken gestoppt werden, berichtete die Zeitung „Times Picayune“.

Dank der zahlreichen Pumpen wird das verseuchte Wasser jetzt doppelt so schnell abgeleitet wie erwartet - auch deutsche Helfer des Technischen Hilfswerks (THW) sind dabei im Einsatz. Das THW hat mittlerweile weitere Wasserpumpen in Betrieb genommen. An einer zweiten Einsatzstelle in der Katastrophenregion, auf dem Highway 11, wurden am Sonntag 5000-Liter-Pumpen installiert, um einen Teilabschnitt der Stadt zu entwässern, teilte die THW-Zentrale am Montag in Bonn mit.

Die NATO mobilisierte je vier Schiffe und Flugzeuge für Hilfslieferungen. NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer betonte, dass es keine Konkurrenz zwischen den Hilfsaktivitäten der Allianz und der Europäischen Union gebe. Dänemark und Norwegen hätten die Schiffe gestellt. Die Flugzeuge gehören zur NATO- Überwachungsflotte. Eine erste Maschine mit Hilfsgütern sollte noch am Montag von Prag Richtung USA starten.

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