Cannstatter Wasen

Was das Volksfest zu bieten hat

Am Freitag geht die Festzeit in Stuttgart los. 17 Tage wird auf dem Cannstatter Volksfest getrunken und getanzt. Von einer halben Million Brathähnchen bis zum Freifallturm wird viel geboten auf dem Wasen.
Der Wasen ist kleiner und familiärer als das Oktoberfest. Die deutschen Wasengänger kommen vor allem aus dem Südwesten, aber auch aus dem Rest Deutschlands. Quelle: dpa
Cannstatter Wasen

Der Wasen ist kleiner und familiärer als das Oktoberfest. Die deutschen Wasengänger kommen vor allem aus dem Südwesten, aber auch aus dem Rest Deutschlands.

(Foto: dpa)

StuttgartWenn das Wetter herbstlich und ungemütlich wird, geht es in den Zelten des zweitgrößten Volksfests Deutschlands erst richtig los. Zum 171. Mal feiern die Menschen in Stuttgart vom 23. September bis zum 9. Oktober auf dem Cannstatter Volksfest auf dem Wasen-Gelände. Hier Wissenswertes rund um den Wasen:

Strom und Sitze
Auf dem Wasen-Gelände und in den zehn Festzelten gibt es rund 35.000 Sitzplätze. Die Buden und Festzelte verbrauchen in zwei Wochen Volksfest rund 1,7 Million Kilowattstunden Strom. Das entspricht dem Jahresverbrauch von 700 Zweipersonen-Haushalten. Auch das Wasser fliest in rauen Mengen: Rund 22.000 Kubikmeter Wasser strömen durch die Leitungen.

Wasen-Besucher
Die deutschen Wasengänger kommen vor allem aus dem Südwesten, aber auch aus dem Rest Deutschlands. „Der Wasen ist kleiner und familiärer als das Oktoberfest, daher kommt ein anderes Klientel nach Stuttgart“, sagte ein Sprecher des Veranstalters. Es herrsche keine Konkurrenz.

Die typischen Wiesn-Gäste
Sechs Millionen
1 von 18

Italiener und Australier, Maßkrugschläger und Taschendiebe, echte Münchner und echte Trachtler – all das gibt es auf dem Oktoberfest. Sechs Millionen Besucher kommen an den 16 Festtagen auf das Münchner Oktoberfest. Die Wiesn eint sie alle - dabei sind sie so verschieden.

So verschieden
2 von 18

Die einen haben eine echte, teure Tracht, die anderen eine billige Montur, schnell auf dem Weg zum Fest gekauft. Manche sprechen Bayrisch, andere verstehen das nicht. Die meisten mögen Bier. Aber einige vertragen es nicht - zumindest nicht in den auf der Wiesn üblichen Mengen. Eine Typologie der Wiesn-Gäste.

Der Münchner
3 von 18

Er kommt in Jeans, höchstens im Janker (das ist eine Trachtenjacke). Der Münchner der gehobenen Mittelschicht und des gehobenen mittleren Alters isst im Biergarten zu Mittag sein Hendl. Gut zwei Drittel der Gäste sind Bayern. Manche unken aber, Münchner seien eine bedrohte Wiesn-Spezies, weil es ihnen zu voll ist.

Der einheimische Partygänger
4 von 18

Um die 20 Jahre alt, aus Bayern. Er steht an Samstagen frühmorgens vor dem Zelt, um einen Platz zu bekommen. Dort sitzt er bis zum Schankschluss um 22.30 Uhr. Manchmal hat er dann zwei Promille und landet in der Sanitätsstation. Sonst feiert er auf After-Wiesn-Partys weiter. Er fährt mit der Bahn heim – so sehen die Züge auch aus.

Der Trachtler
5 von 18

Echte Trachtler waren vor allem am ersten Sonntag zu sehen. Sie laufen in einem der größten Trachtenzüge weltweit zur Wiesn. Frauen brauchen oft Stunden, bis sie ihre historischen Gewänder angelegt und die Haare gerichtet haben. Trachten können mehrere Tausend Euro kosten. Auf Träger von Mini-Dirndl und Billig-Lederhosen blicken echte Trachtler mit Kopfschütteln – aber in Bayern gilt: Leben und leben lassen.

Bub/Madel
6 von 18

Zuckerwatte, süße Limo, Pommes, dazu Geisterbahn, Karussell und Schiffschaukel - die Wiesn scheint ein Eldorado für Kinder. Aber das ist nur die halbe Wahrheit: Der Krach, die vielen Menschen und die langen Wege sind für manchen kleinen Gast zu viel. Der Wiesn-Tag kann zum Nervenkrieg werden. Immer wieder gehen Kids im Gedränge verloren - eine Kinderfundstelle sammelt sie und gibt sie den Eltern zurück.

Der Vegetarier
7 von 18

Veggieday! Früher hätten Vegetarier das größte Volksfest hungrig verlassen müssen. Heute bieten die Wirte natürlich vegetarische und sogar vegane Gerichte an: Käsespätzle. Oder Crêpes mit Schokocreme. Oder Lebkuchenherzen. Trotzdem demonstrierten 2012 Vegetarier gegen die Fleischeslust und das Leiden der Tiere. Eine halbe Million Hendl und an die 100 Ochsen sterben für das Fest. Wirtesprecher Toni Roiderer: „Ich mische mich ja auch nicht ein, wenn die Vegetarier dem Vieh das Futter wegessen.“

International
Bis zu vier Millionen Menschen treiben sich auf dem 37 Hektar großen Festplatz herum. Schätzungen des Veranstalters zufolge kommt die größte ausländische Besuchergruppe aus Italien. Außerdem besuchen den Wasen gern Engländer, Schweizer, Franzosen und Menschen aus den Beneluxstaaten.

Sicherheit
Wie bei allen großen Festen sind auch auf dem Wasen die Sicherheitsvorkehrungen erhöht: An den Zugängen werden dem Veranstalter zufolge doppelt so viele Beamte eingesetzt. Außerdem setzt die Polizei zehn Kameras zur Videoüberwachung ein und Rucksäcke werden kontrolliert. Eine konkrete Gefährdungslage gebe es aber nach wie vor nicht, hieß es bei der Polizei.

Gerstensaft
Eine Maß Bier kostet diesen Herbst zwischen 9,90 und 10,20 Euro. Wer kein Bier mag, bekommt trotzdem Alternativen geboten: In zwei Zelten gibt es Weine und Sekt aus Württemberg.

Essen
Eine halbe Million Brathähnchen, auf Schwäbisch „Göckele“ genannt, verspeisen die Wasen-Besucher insgesamt. Auch Veganer müssen nicht hungern: In einigen Zelten werden Gerichte wie frittierte Mais-Nuggtes serviert.

Tradition
Traditionsbewusst geht es beim Trachtenumzug am 25. September zu. 3500 Trachtenträger ziehen in 100 Gruppen durch den Stuttgarter Stadtteil Bad Cannstatt. Schon seit das Volksfest besteht, können Besucher auf dem Krämermarkt Haushaltswaren, Schmuck, Kunst oder Geschenkartikel kaufen.

Trachten
Neu ist dieses Jahr ein Dirndl-Verleih direkt auf dem Volksfest. Die Dirndl können online vorbestellt oder direkt auf dem Festplatz anprobiert werden. Dreiviertel der Besucher tragen Eisenhardt zufolge am Wochenende Trachten. Extra für den Wasen wurde eine Dirndl-Kollektion kreiert. Sie soll eine Mischung aus altwürttembergischen Trachten und den neusten Dirndl-Trends darstellen.

Fruchtsäule
Die Säule ist das Wahrzeichen des Cannstatter Volksfests. Die Bedeutung als ursprünglich landwirtschaftliches Erntedankfest soll mit dieser Säule symbolisiert werden, daher ist sie mit Früchten, Getreide und Gemüse geschmückt. Bereits beim ersten Volksfest 1818 ragte eine ähnliche Säule zwischen den Ständen hervor.

  • dpa
Startseite

Mehr zu: Cannstatter Wasen - Was das Volksfest zu bieten hat

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%