Caroline in Tränen
Monaco feiert seinen neuen Fürsten

Bei strahlendem Sommerwetter hat Monaco am Dienstag seinen neuen Fürsten Albert II. (47) gefeiert. Erzbischof Bernard Barsi segnete bei einer Danksagungs-Messe in der weißen Kathedrale von Monaco den vor ihm knienden neuen Herrscher.

HB MONACO. „Das ist ein Augenblick des Glücks nach dem Schmerz“ sagte der Präsident des monegassischen Nationalrats, Stéphane Valéri, bei der anschließenden Gartenparty. Erst wenige Tage zuvor hatte die Trauerzeit um Alberts 81-jährigen Vater Rainier geendet, der mehr als ein halbes Jahrhundert über den „Felsen“ an der Côte d'Azur geherrscht hatte.

Albert hatte die Feier seiner Machtübernahme als „eine Art Kommunion mit der monegassischen Bevölkerung“ gewollt. Das ganze kleine Reich war festlich in den rotweißen Landesfarben geschmückt. Mehr als 800 Einwohner kamen zur Messe in die Kathedrale. „Wir danken dem Herrn, dass die Kontinuität der Dynastie gewahrt bleibt“, sagte der Erzbischof. Er wünschte Albert Mut und Energie auch in schweren Stunden seines Lebens.

Prinzessin Stéphanie ergriff nach der Segnung Alberts Hand. Der Fürst ergriff daraufhin auch die Hand seiner zweiten Schwester Caroline von Hannover, die mit ihrem Gatten Ernst August Prinz von Hannover gekommen war. Beim Verlassen des Gotteshauses hatte Caroline Tränen in den Augen. Albert presste die Kiefern zusammen, um seine Emotionen unter Kontrolle zu halten.

Einige Dutzend Menschen verfolgten die Messe draußen auf einer Großleinwand. Doch manchen Alteingesessenen fehlte der große Glanz, zumal Albert im einfachen schwarzen Anzug gekommen war. „Bei der Hochzeit von Grace und Rainier gab es noch richtige Kostüme und ein großes Zeremoniell“, klagte ein Monegasse. Das alte Fürstenpaar ist in der Krypta der Kathedrale beigesetzt.

Die Feier für die Monegassen mit Messe, Fanfaren, Feuerwerk und einem Tanzabend am Hafen hatte rein symbolischen Charakter. Eine Krönung oder Thronbesteigung gab es nicht. Der 47-jährige Albert hatte die Regierungsgeschäfte in den Tagen vor dem Tod des Vaters übernommen und ihn bereits am Todestag, dem 6. April, als Fürst abgelöst. Am Nationalfeiertag des reichen Kleinstaates will Albert am 19. November den Beginn seiner Herrschaft noch einmal mit einer internationalen Zeremonie feiern.

Nach der Gartenparty in den Palastanlagen wollte Bürgermeister Georges Marsan dem 47-Jährigen am Abend symbolisch bei Trommelwirbel die Schlüssel von Monaco überreichen. So hatte sie vor 56 Jahren auch Rainier III. bei seiner Amtsübernahme erhalten.

Die Monegassen konnten sich alle über ein Geschenk des Fürsten freuen: Frauen erhielten eine Bonbonniere, Männer einen Briefbeschwerer mit dem neuen fürstlichen Siegel und Krönungsdatum. Auch das musikalische Programm bot Festliches und Fröhliches: Auf ein klassisches Konzert mit Wolfgang Amadeus Mozarts Krönungsmesse folgte am Abend das Tanzfest mit Feuerwerk am Wasser.

Der unverheiratete Albert hatte in der vergangenen Woche die Vaterschaft des knapp zweijährigen Alexandre eingestanden, ihm aber einen Anspruch auf die Thronfolge abgesprochen. Am Vorabend der Feierlichkeiten war er der Frage nach weiteren unehelichen Kindern ausgewichen. Auf die Forderungen anderer Frauen, denen es um die Anerkennung einer Vaterschaft gehe, „werden wir antworten, wenn der Zeitpunkt gekommen ist“, sagte Albert II. dem französischen Fernsehsender TF1.

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