Cartier-Armband nach Erlaubnis
Jackson nahm häufig Jungen ins Bett

Eine neue Zeugenaussage hat Michael Jackson schwer belastet. Der Aussage einer Mutter zufolge hat der US-Popstar darum gebettelt, mit ihrem damals 13-jährigen Sohn in einem Bett schlafen zu dürfen.

HB SANTA MARIA. Im Missbrauchprozess gegen Michael Jackson (46) hat am Montag eine Mutter von häufigen Übernachtungen ihres Sohnes im Bett des Popstars berichtet. Die Aussage der Frau im Gericht von Santa Maria (Kalifornien) bezog sich auf Vorfälle aus dem Jahr 1993, als der Junge 13 Jahre alt war. Nach Angaben der Frau sah sie aber nie mit eigenen Augen, dass Jackson ihren Sohn sexuell belästigte. Später einigte sich die Familie mit dem Popstar über eine Entschädigung in Millionenhöhe. Es kam aber nicht zu einem Strafverfahren gegen den Sänger. Der jetzt 25 Jahre alte Mann, der als Teenager den Kontakt zur Mutter abbrach, hat es abgelehnt, im dem laufenden Verfahren auszusagen.

Der Popstar ist angeklagt, einen heute 15-jährigen Jungen im Frühjahr 2003 missbraucht zu haben. Die Mutter ist eine von neun Zeugen der Anklage, die über zurückliegende Vorfälle mit fünf Jungen aussagen sollen. Die Mutter gehört zu einer Gruppe von Zeugen, mit denen die Staatsanwaltschaft zeigen will, dass der 46-jährige Jackson sich seit Jahren gegenüber Jugendlichen fragwürdig verhält.

Bei ihren ersten Besuchen auf Jacksons Neverland-Ranch habe sie ihrem Sohn zunächst untersagt, im Bett des Popstars zu schlafen. Auf einer Reise nach Las Vegas habe Jackson sie „schluchzend und weinend“ um ihre Erlaubnis gebeten, führte die Zeugin aus. Er habe ihr versichert, dass nichts dabei passieren würde. „Wir sind eine Familie. Es macht ihm Spaß. Warum kann er nicht in meinem Bett schlafen - trauen Sie mir nicht?“ habe der Sänger 1993 erklärt. Sie habe darauf hin die Übernachtungen erlaubt. Am folgenden Tag habe sie von Jackson ein goldenes Cartier-Armband erhalten. Insgesamt sei er mehr als 30 Mal in ihrem Haus geblieben, manchmal bis zu zwei Wochen lang. Es sei auch auf Reisen nach Monaco und Florida zu gemeinsamen Übernachtungen gekommen. Jackson habe sie mit Schmuck und Einkaufsgutscheinen teuer beschenkt, räumte die Mutter ein.

Im Kreuzverhör versuchte Jackson-Anwalt Thomas Mesereau den Eindruck zu erwecken, dass die Mutter sich durch die Belästigungsvorwürfe Jacksons Geld erschleichen wollte. Mit Blick auf eine mögliche Millionenentschädigung habe sie einst davon gesprochen, dass ihr Junge „für immer versorgt sein könnte“, gestand die Frau.

Sollte Jackson in allen zehn Anklagepunkten schuldig gesprochen werden, drohen ihm mehr als 20 Jahre Haft.

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