„Casino Royale“
Werbeträger 007

Für den neuen James Bond-Film, der am Donnerstag in den deutschen Kinos anläuft, wird kräftig die Werbetrommel gerührt. Der Geheimagent im Dienste seiner Majestät ist längst selbst zum Markenartikel geworden. In „Casino Royale“ rückt er aber auch andere Produkte recht unverhohlen in den Vordergrund.

HB LONDON. Mehr als ein Dutzend Firmen nutzen den ersten Auftritt des neuen Hauptdarstellers Daniel Craig, um ihre Produkte rund um den Globus noch ein wenig bekannter zu machen. Also rauscht Bond in einem Aston Martin DBS über die Straßen, telefoniert mit einem Sony Ericsson K800i und erledigt seine Gegner mit einer Waffe made in Germany, einer Walther-P99. Die Uhr stammt von Omega, die Smokings von der italienischen Edelmarke Brioni, und wenn sich der Agent gerade keinen Wodka Martini genehmigt, dann ist es erkennbar ein Heineken-Bier.

Product Placement ist bei Bond längst nichts Neues mehr. Bereits die Macher des ersten Films „Dr. No“ setzten Produkte bekannter Firmen ein. Zum Beispiel fuhr Sean Connery 1962 ein englisches Cabrio namens Sunbeam Alpine. Im Lauf der Jahrzehnte wechselten die verschiedenen Doppelnull-Darsteller dann ihre Autos beinahe so häufig wie die Frauen. Bentley, Aston Martin, Ford, Lotus, Alfa Romeo, Rolls Royce, BMW – viele große Marken waren dabei.

Das bisherige Höchstmaß an Werbung wurde im vorigen Bond „Die Another Day“ („Stirb an einem anderen Tag“) erreicht. Die Produktionsfirma Eon und das Hollywood-Studio Sony Pictures sollen mit der gezielten Platzierung von Produkten, die Bond-Fans ins Auge fallen, eine dreistellige Millionensumme eingenommen haben. Genervte Kinobesucher tauften den Film wegen des vielen Kommerzes allerdings kurzerhand in „Buy Another Day“ („Kauf an einem anderen Tag“) um.

Auch diesmal lässt sich die werbetreibende Wirtschaft die Chance nicht entgehen, den bekanntesten Geheimagenten der Welt und seine Vorliebe für schnelle Autos und technische Spielereien für ihre Zwecke zu nutzen. Beim Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft heißt es allerdings, das Thema werde überschätzt. Sprecher Volker Nickel meint: „Kein Zuschauer wird ein Handy kaufen, nur weil James Bond damit telefoniert.“

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