CDU-Politiker Vogel
Neue Regelung für Staatsgelder für Kirchen gefordert

Das Finanzsystem zwischen Staat und Kirche ist nach der Affäre in Limburg in die Kritik geraten. Ex-Ministerpräsident Vogel plädiert nun für eine Neuordnung – will das System aber auch gleichzeitig beibehalten.
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BerlinDer frühere Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz und Thüringen, Bernhard Vogel (CDU), hat als Konsequenz aus dem Finanzskandal im Bistum Limburg eine Neuordnung der Finanzbeziehungen zwischen Staat und Kirche gefordert. Vogel plädierte in der Zeitung „Die Welt“ (Donnerstagsausgabe) dafür, die von den Bundesländern an die großen Kirchen fließenden Staatsleistungen abzulösen.

Diese Leistungen werden bis heute als Ausgleich für die Säkularisierung kirchlicher Güter im 19. Jahrhundert gezahlt. Vogel sagte der „Welt“, „beide Seiten, sowohl Bund und Länder als auch die Kirchen, sollten jetzt ein Interesse daran haben, die Staatsleistungen neu und abschließend zu regeln“. Es müsse „ernsthaft“ über diese Ablösung diskutiert werden.

Das Kirchensteuersystem in Deutschland müsse zwar unbedingt verteidigt werden, sagte Vogel. Doch die Staatsleistungen, die sich dem Bericht zufolge alleine in diesem Jahr auf 460 Millionen Euro belaufen, stießen nach seiner Einschätzung auf „nachvollziehbares Unverständnis“.

Es müsse aber gewährleistet sein, dass die bestehenden Verträge über die Staatsleistungen nur im beiderseitigen Einvernehmen geändert werden können, sagte Vogel der Zeitung. Und es müsse klar sein, dass eine Zustimmung der Kirchen nur über einen Ersatz erreicht werden könne. Es sei daher „sinnvoll, über eine einmalige oder auch gestufte Ablösezahlung zu sprechen, mit der die Kirchen dann weiter arbeiten können und zugleich die Staatsleistungen abschließend geregelt werden“.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " CDU-Politiker Vogel: Neue Regelung für Staatsgelder für Kirchen gefordert"

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  • Hier ist doch vor langer Zeit etwas aus dem Ruder gelaufen. War es nicht Jesus der Fische verteilt hat, der Wein verteilt hat? Seine Vertreter jedoch denken nur ans Nehmen.

  • Ein vollkommen falscher Weg. Fast überall sonst auf der Welt kommen die Kirchen auch so zu dem Geld der Gläubigen. Auch in Deutschland muss endlich eine endgültige Trennung von Staat und Kirche umgesetzt werden. Weg mit dem antiken Aberglauben einer eingewanderten Wüstenreligion, wie es das Christentum nun einmal ist, raus damit aus dem öffentlichen Raum. Er soll dort bleiben wo er hingehört: in die Köpfe der Gläubigen.

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