Chaos nach Unwetter
Bahnstrecken in NRW bleiben bis Freitag gesperrt

Vor Jahrzehnten warb die Bahn: „Alle reden vom Wetter, wir nicht.“ Heute ist das anders: Nach dem Unwetter wird das Bahnchaos in NRW bis zum Wochenende andauern. Vor allem das Ruhrgebiet und Düsseldorf leiden.
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BerlinIm Hauptbahnhof von Hannover drängen sich die Reisenden – oder besser: Menschen, die gerne Reisende wären. „Etwa 1 Stunde später“, steht nach dem verheerenden Unwetter immerhin noch auf der Anzeigetafel. In Köln heißt es nur noch „Ansagen beachten“, und in Essen spart sich die Bahn zeitweise sogar das: Die Tafel ist leer. Umgestürzte Bäume haben den Bahnhof vom Netz abgeschnitten.

Ein Jahr nach der Hochwasser-Katastrophe treffen schwere Unwetter die Bahn mit Wucht. Das Ruhrgebiet ist per Fernzug praktisch nicht zu erreichen. Und kaum sind die Instandhaltungstrupps im Westen im Einsatz, folgen Unwetter im Osten. Auch die wichtigen Strecken von Hannover und Hamburg nach Berlin sind am Mittwoch unterbrochen.

Die Bahn bedauert die „drastischen Einschnitte für die Fahrgäste“. An einen fahrplanmäßigen Betrieb ist weiterhin nicht zu denken. Nach dem Unwetter in Nordrhein-Westfalen seien die Schäden am Schienennetz der Rhein-Ruhr-Region „noch schlimmer als befürchtet“, teilt die Deutsche Bahn mit. „Große Bahnhöfe wie Düsseldorf und Essen sind weitgehend vom Zugverkehr abgeschnitten.“ Man fliege die Strecken zum Teil mit Hubschraubern ab, weil am Boden kein Durchkommen sei. Es stecken immer noch 16 Züge fest und blockieren die Trassen.

Das Chaos wird noch einige Tage andauern. Alle Bahnstrecken in NRW, die infolge des Unwetters am Mittwoch nicht passierbar waren, bleiben bis mindestens Freitag gesperrt. Das teilte Bahnsprecher Dirk Pohlmann am Mittwochnachmittag dem WDR Fernsehen mit. Einige Strecken würden sogar bis in die kommende Woche hinein gesperrt bleiben.

„Die Bahn ist an einer ganz empfindlichen Stelle getroffen“, heißt es im Konzern. Und sie kann nicht ausweichen. 34.000 Kilometer Schienen liegen bundesweit verteilt, führen durch Wälder und über Brücken. Bei Schäden sind sie mit Spezialgerät oft schwer zu erreichen.

Früher warb die Bahn: „Alle reden vom Wetter, wir nicht.“ Heute setzen extreme Wetterereignisse dem Unternehmen zu. Chaotische Winter sind noch ebenso in Erinnerung wie Klimaanlagen, die erst vor wenigen Jahren im Sommer reihenweise schlapp machten.

Entsprechend ratlos klingt die Erklärung des bundeseigenen Unternehmens am Mittwoch. Mit den Unwetter-Folgen seien zwar Tausende beschäftigt: Bäume wegschaffen, Leitungen reparieren, Züge umleiten, Anrufe beantworten, Kunden in Taxen und Busse lotsen. Jedoch: Wann es wieder nach Fahrplan läuft, lasse sich vorerst nicht sagen.

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Noch 16 Züge stecken auf offener Strecke fest

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