Chemieunfall
Oestrich entkommt der Giftgas-Gefahr

Ein Tank mit giftigem Gas hat die Bewohner von Oestrich-Winkel auf Trab gehalten. Nach einem Chemieunfall in einer Schaumstofffabrik gab es zunächst Entwarnung, dann erneut Alarm. Nun hat sich die Lage offenbar beruhigt.
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Oestrich-WinkelBei einem Chemieunfall mit giftigem Gas ist der Weinort Oestrich-Winkel im Rheingau glimpflich davongekommen. In der Nacht zum Dienstag trat unerwartet noch zweimal Gas aus dem havarierten Chemikalientank einer Schaumstofffabrik aus. Die Substanz wurde von der Feuerwehr mit Wasser gebunden.

Doch dann beruhigte sich bis zum Nachmittag die Lage so weit, dass der Großeinsatz von Katastrophenschützern, Polizei und Sanitätern beendet werden konnte. Mehr als zwei Dutzend Menschen wurden verletzt.

„Es gibt keine Gefahr mehr für Leib und Leben der Bevölkerung“, sagte Bürgermeister Paul Weimann (CDU) der Nachrichtenagentur dpa am Dienstagabend. Er übernahm die Leitung der restlichen Arbeiten. Nach dem ersten Gasaustritt am Montag hatten zeitweise mehr als 500 Rettungskräfte in Oestrich-Winkel gearbeitet - einschließlich ABC-Abwehr-Trupps mit Schutzanzügen, schwerem Atemgerät und Dekontaminierungsstelle.

Nach Zählung der Wiesbadener Polizei seien 26 Menschen verletzt worden, sagte Polizeisprecher Markus Hoffmann. 13 von ihnen wurden zeitweise im Krankenhaus behandelt. Sie hätten über Atem- und Schluckbeschwerden sowie Augenbrennen geklagt. Zu den Verletzten zählten 15 Feuerwehrleute und zwei Polizisten. „Es sind auch viele Leute einfach so zum Arzt gegangen.“

Der Polizeisprecher wies vorsorglich darauf hin, dass die chemische Reaktion im Tank noch bis Donnerstag andauern könnte. „Der Austritt von weiteren Gefahrenstoffen ist nicht auszuschließen. Deshalb nach wie vor der deutliche Hinweis an die Bevölkerung, wachsam zu sein.“ Experten bemühten sich weiterhin, den Tank zu kühlen und zu überwachen.

Darin sei aber keine chemische Reaktion mehr erkennbar, sagte Weimann am Abend. „Wir denken schon über die Entsorgung des Inhalts und des Behältnisses nach.“ Giftige Werte für Obst, Gemüse und Wäsche könnten auch ausgeschlossen werden. Das hätten Analysen von Chemikern ergeben. Die Stadt werde dies auf einem Merkblatt für die Bürger festhalten und den gut 1000 Haushalten in direkter Nachbarschaft der Fabrik und der Umgebung zukommen lassen.

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