Chester Bennington
Linkin-Park-Frontmann ist tot

Linkin Park verkauften mit ihrer Mischung aus Hardrock, HipHop und Rap Millionen Alben. Jetzt hat sich Sänger Chester Bennington offenbar das Leben genommen. Die Musikwelt reagiert geschockt auf die Nachricht.
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Los AngelesDer Sänger der US-Rockband Linkin Park, Chester Bennington, ist im Alter von 41 Jahren gestorben. Dies teilte die Gerichtsmedizin im Bezirk Los Angeles am Donnerstag (Ortszeit) mit. Er wurde den Angaben zufolge tot in seinem Haus bei Los Angeles gefunden. Ein Sprecher der Gerichtsmedizin erklärte, Benningtons Tod werde als mutmaßlicher Suizid behandelt. Nähere Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt. Die Band sollte eigentlich in der kommenden Woche auf Tournee gehen.

Linkin Park verkauften mit ihrer Mischung aus Hardrock, HipHop und Rap Millionen Alben. Allein ihr Debüt „Hybrid Theory“ aus dem Jahr 2000 ging zehn Millionen Mal über den Ladentisch, von „Meteora“ aus dem Jahr 2003 verkauften Linkin Park weitere vier Millionen Exemplare. In beiden ging es um Gefühle wie Frustration und Wut. 2001 und 2005 wurde die Band jeweils mit einem Grammy ausgezeichnet. Ihr jüngstes Album „One More Light“ erschien im Mai. Es stieß wegen seiner Nähe zum Pop bei Kritikern und Fans auf geteilte Reaktionen.

Bennington sei ein Künstler mit außergewöhnlichem Talent und Charisma gewesen, sagte der Chef des Plattenlabels Warner Bros. Records, Cameron Stang, in einer Erklärung. Der Sänger sei ein Mensch mit großem Herzen gewesen. Seine Gebete seien nun bei Benningtons Familie, Freunden und Bandkollegen.

Bennington sagte der Nachrichtenagentur AP 2010, wegen des für die Band typischen Sounds sei es praktisch unmöglich, alle Fans zufriedenzustellen. „Wir machen Musik für uns, die wir mögen. Wir machen nicht Musik für andere Leute“, sagte Bennington. „Wir denken nicht, „Lass uns ein Kuchen-Diagramm von all unseren Fans machen und herausfinden, wie viele Leute in welche Kategorie passen und dann das perfekte Album für sie machen.“ Das wäre absolut lächerlich.“ Das Magazin „Rolling Stone“ beschrieb Benningtons Stimme einst als „schrapnellbesetztes Heulen, das klingt, als käme es von jemandem, der doppelt so groß ist wie er“.

Der Sänger kämpfte wiederholt gegen eine Drogen- und Alkoholsucht. Vor dem Durchbruch der Band war er mehrere Monate obdachlos. Bennington war zum zweiten Mal verheiratet und hinterlässt sechs Kinder. Der Sänger war eng mit dem Soundgarden-Sänger Chris Cornell befreundet, der sich im Mai das Leben nahm. Auf dessen Trauerfeier sang Bennington „Hallelujah“ von Leonard Cohen. Band-Mitgründer und Produzent Mike Shindoa schrieb auf Twitter, er sei „entsetzt und traurig“.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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