Chile
Tsunami-Warnung nach schwerem Erdbeben

Schwere Erdstöße der Stärke von 8,3 haben Chile erschüttert und eine Tsunami-Warnung ausgelöst. Die Menschen wurden aufgefordert, die Küstengebiete zu verlassen. Aus der Kleinstadt Illapel gab es erste Schadensberichte.

SantiagoEin mächtiges Erdbeben der Stärke 8,3 hat Chiles Nordküste erschüttert. Berichte über Verletzte lagen nicht vor, doch stürzten in der Stadt Illapel mehrere Häuser ein. Für die gesamte Küstenregion riefen die Behörden einen Tsunami-Alarm aus, die gleiche Warnung gilt auch für den US-Staat Hawaii.

Nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS ereignete sich das Beben am Mittwoch um 19:54 Uhr (Ortszeit) vor der Pazifikküste, das Epizentrum lag 228 Kilometer nord-nordwestlich von Santiago in einer Tiefe von fünf Kilometern. Zunächst hatte die USGS die Stärke des Bebens mit 7,9 angegeben, korrigierte den Wert jedoch rasch auf 8,3.

Binnen Minuten kam es zu mehreren starken Nachbeben. Gegen elf Uhr abends (Ortszeit) sei mit riesigen Tsunami-Wellen zu rechnen, warnte das Katastrophenschutzamt.

Bewohner tiefer liegender Gegenden entlang der 3900 Kilometer langen Pazifikküste wurden angewiesen, sich in Sicherheit zu bringen. Das betroffene Gebiet erstreckt sich von dem Ort Puerto Aisén im Süden nach Arica im Norden. In einer Reaktion auf die Behördenansage fuhren zahlreiche Autos landeinwärts, um die Menschen in höher gelegene Gegenden zu bringen.

Stromausfall und eingestürzte Lehmhäuser in Illapel

In der rund 280 Kilometer nördlich von Santiago gelegenen Kleinstadt Illapel hielten etliche Lehmhäuser der Wucht des Bebens nicht stand, wie die Behörden meldeten. Bürgermeister Denis Cortes berichtete im Gespräch mit einem örtlichen TV-Sender zudem von einem Stromausfall im Ort. „Wir haben große Angst. Unsere Stadt ist in Panik“, sagte er. Cortés sprach im Fernsehsender 24 Horas von einem Todesopfer. Außerdem seien rund ein Dutzend Verletzte ins Krankenhaus gebracht worden. Der Leiter des Katastrophenschutzes, Ricardo Toro, sagte hingegen, ihm lägen bislang keine Berichte über Todesopfer vor.

Innenminister Jorge Burgos sagte: „Es gibt Berichte über Schäden in Illapel.“ Er ordnete umfangreiche Evakuierungsmaßnahmen in der ganzen Küstenregion an, bis hinauf zur Grenze mit Peru. „Die Bevölkerung an der Küstenlinie soll die Sicherheitszonen aufsuchen“, informierte der nationale Katastrophenschutz im Nachrichtendienst Twitter.

„Bei vielen Häusern sind Mauern eingestürzt“, sagte der Chef der Feuerwehr von Illapel, Fabián Olivares Hidalgo, der Zeitung „La Tercera“. „Die Feuerwehrleute sind in einem Altersheim, und es ist ein enormes Chaos. Es gibt viele Schäden an Gebäuden und Stromausfälle.“

Der Flughafen der Hauptstadt Santiago wurde nach Angaben der Zeitung „El Mercurio“ evakuiert, gleiches galt für den in der Hafenstadt Valparaíso sitzenden chilenischen Kongress. In Santiago wackelten Gebäude.

Chile gehört zu den erdbebenanfälligsten Ländern der Welt. Denn direkt vor der Küste kollidiert die tektonische Nazca-Platte mit der kontinentalen Südamerika-Platte und drückt so die Anden-Gebirgskette in höhere Lagen.

Das jüngste Beben ist das stärkste seit einem Erdstoß der Stärke 8,8 und einem nachfolgenden Tsunami mit mehr als 500 Toten im Jahr 2010. Damals wurden Hafenanlagen und Badeorte fortgespült. Die Tragödie hatte tiefgreifende politische und praktische Auswirkungen: Sowohl gegen Erdbeben als auch gegen Tsunamis wappnete sich der Andenstadt mit verbesserten Alarmsystemen.

Das stärkste je registrierte Beben der Welt ereignete sich auch in Chile. Ein Erdstoß der Stärke 9,5 riss 1960 mehr als 5000 Menschen in den Tod.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
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