
HB PEKING. Auf der Suche nach Gold soll eine Bergbaufirma in China Teile der berühmten Großen Mauer zerstört haben. Das Unternehmen habe in der Inneren Mongolei offenbar mehrere Löcher in einen mehr als 2200 Jahre alten Abschnitt der Mauer getrieben, sagte Wang Dafang von der Altertümerverwaltung für Nordchina am Mittwoch.
Die Firma Hohhot Kekao Mining habe fünf amtliche Aufforderungen zum Einstellen ihrer Bohrarbeiten ignoriert. Jetzt sei die Polizei eingeschaltet worden. Nach bisherigen Ermittlungen seien rund hundert Meter des Bauwerks beschädigt worden.
Die Große Mauer, die das chinesische Kaiserreich vor nomadischen Reitervölkern aus dem Norden schützen sollte, ist das größte Bauwerk der Welt. Sie erstreckt sich nach jüngsten Erkenntnissen auf einer Länge von mehr als 8851 Kilometern vom Pazifischen Ozean bis nach Zentralasien. Klimawandel und der Bauboom in China bedrohen das Bauwerk.
In der Inneren Mongolei wird die Mauer nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua immer wieder durch Bergbauarbeiter, Straßenbau und Dorfbewohner auf der Suche nach Baumaterial beschädigt. Beschädigungen des zum Weltkulturerbe zählenden Bauwerks können mit umgerechnet 50 000 Euro oder zehn Jahren Gefängnis bestraft werden.
Das ist vor dem gewältigen historischen Hintergrund, den die Mauer belegt, ein riesiger Verlust für das menschliche Erbe. Leider wird solch eine Art von Zerstörung im heutigen China mit diesem rasanten Wachstum immer wieder einhergehen.
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