China-Lexikon
Han

Sie sind die größte Bevölkerungsgruppe Chinas: die Han.

kir PEKING. Die meisten Chinesen gehören einer einzigen Volksgruppe an, den Han. Sie stellen 92 Prozent der Bevölkerung in China und sind damit sogar die größte ethnische Gruppierung der Welt.

Der Name geht auf die Han-Dynastie (206 vor Christus bis 220 nach Christus) zurück – eine Hochzeit der Kunst und Kultur, aber auch der militärischen Expansion.

Die Han-Kaiser kontrollierten damals ein Riesenreich und stießen mit ihren Armeen bis nach Nordvietnam und weit nach Zentralasien vor. Während der mehr als 400 Jahre andauernden Herrschaft der Han wurde der Konfuzianismus zur Staatsideologie. Die Han stiegen zur dominierenden und staatstragenden Kultur Chinas auf.

Für die große Mehrheit der Chinesen ist die Han-Dynastie bis heute eine der großartigsten Dynastien. Sie bildet den Kern ihrer kulturellen Identität. Die chinesische Sprache heißt bis heute „Hanyu“ (Sprache des Han-Volkes).

Vor allem an den Rändern der Volksrepublik, etwa an den Grenzen zu Vietnam und Birma, im Himalaja und in den Wüsten und Steppen Nordwestchinas, leben die nationalen Minderheiten der Volksrepublik, darunter Tibeter und Uiguren. Die buddhistischen Tibeter haben ihre eigene Sprache und Schrift, die muslimischen Uiguren ebenfalls. Sie benutzen arabische Schriftzeichen. Beide Volksgruppen fühlen sich von Peking unterdrückt und in ihrer kulturellen Identität bedroht – vor allem dadurch, dass die Zentralregierung den Zuzug von Han-Chinesen in die Stammregionen der Tibeter und Uiguren fördert, also in die Provinzen Tibet und Xinjiang. Das sind die einzigen Provinzen Chinas, wo die Han nicht die Mehrheit bilden.

Es gibt in China 55 ethnische Minderheiten, die als Nationalitäten anerkannt werden. Zusammengenommen sind das 110 Millionen Menschen im Reich der Mitte mit seinen 1,4 Milliarden Menschen. Hinzu kommen 15 bis 20 ethnische Gruppen, die nicht offiziell als Nationalitäten anerkannt sind.

Tibeter und Uiguren sind nicht die größten ethnischen Minderheiten. Das sind mit 16 Millionen die Zhuang, die in Südostchina an der Grenze zu Vietnam leben. Die Lhoba, ein Volksstamm mit etwas 3 000 Angehörigen, ist die kleinste Minderheiten-Gruppe. Sie leben vor allem im Südosten Tibets.

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