China-Lexikon
Jangtse

Der Jangtse ist Asiens längster Fluss und der drittlängste der Welt. Seine Quelle liegt in den Bergen Tibets, über 6 380 Kilometer schlängelt er sich durch das Riesenreich, bevor er ins Ostchinesische Meer mündet. Bis heute ist der Jangtse einer der wichtigsten Verkehrswege des Landes.

slo PEKING. Der Jangtse ist Asiens längster Fluss und der drittlängste der Welt. Seine Quelle liegt in den Bergen Tibets, über 6 380 Kilometer schlängelt er sich durch das Riesenreich, bevor er ins Ostchinesische Meer mündet.

Bis heute ist der Jangtse einer der wichtigsten Verkehrswege des Landes. Jeder dritte Chinese lebt an seinen Ufern. In der zentralen Tiefebene, die er mit Wasser versorgt, wachsen 40 Prozent aller landwirtschaftlichen Produkte Chinas. Der Fluss ist Lebensader und Bedrohung zugleich. Im vergangenen Jahrhundert ertrank über eine halbe Million Menschen in seinen Fluten.

„Wer das Wasser beherrscht, dem gehört China“, lautet eine alte Weisheit. So hat man immer wieder versucht, die zerstörerische Gewalt des Jangtses in nutzbringende Kraft zu verwandeln. Das bislang letzte Projekt ist der Drei-Schluchten-Staudamm. 1,2 Millionen Menschen mussten dafür umgesiedelt werden. 26 Turbinen sollen 18 200 Megawatt Strom täglich erzeugen – das ist mehr als ein Zehntel des Energieverbrauchs in China.

Die Kehrseite: Umweltschützer befürchten, der Bau könnte das „Tschernobyl“ der Wasserkraftindustrie werden. Denn der Jangtse schluckt die Abwässer der Menschen und der Industrie. Lange Zeit hat der Fluss all das effektiv verdünnt. Doch durch den Stausee haben die Selbstreinigungskräfte nachgelassen.

Von den Nachteilen des Projekts wollte die Führung Chinas lange nichts hören. Ende 2007 meldete die staatliche Nachrichtenagentur überraschend, dass doch nicht alles nach Plan läuft. Man müsse noch mehr Menschen umsiedeln, weil sich die Umweltbedingungen an den Ufern des Stausees verschlechtern und es oft zu Erdrutschen kommt.

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