Chinese bezahlt nur mit Euro-Münzen
Kleingeld aus dem Autowrack

Auch, wenn es viele nervt: Mit Kleingeld zu bezahlen, ist kein Verbrechen. Zwei Chinesen haben es dennoch mit der Pariser Polizei zu tun bekommen – sie wollten ihre Hotelrechnung mit Ein-Euro-Münzen begleichen.
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Paris70 Euro sind für eine Übernachtung in Paris kleines Geld. Ein Hotelier im Vorort Bagnolet war allerdings nicht schlecht erstaunt, als sein chinesischer Kunde mit Kleingeld bezahlte: Der Chinese stellte ihm ein Türmchen von 1-Euro-Münzen auf die Theke. Wütende Autofahrer zahlen ihre Bußgelder in Frankreich zwar gerne in kleiner Münze, um den Staat zu ärgern – dem Hotelbetreiber war das aber noch nicht vorgekommen. Er wurde so misstrauisch, als hätte man ihm einen 70-Euro-Schein vorgelegt. Der Hotelier rief die Polizei, die auch tatsächlich anrückte, obwohl die Zahlung mit Bargeld nichts Strafwürdiges hat und die Prägung von Münzen nicht unbedingt die einträglichste Art ist, Falschgeld herzustellen.

Die anrückenden Beamten stellten fest, dass die Münzen völlig in Ordnung waren. Dennoch durchsuchten sie sogar das Zimmer des Reisenden aus Fernost – und stießen auf die eigentliche Überraschung: 3700 Euro in Münzen führten der chinesische Hotelgast und sein Mitreisender bei sich. Neuer Argwohn der Ordnungshüter, die die Chinesen nun ernsthaft zur Rede stellten.

Die wunderten sich ihrerseits über das Misstrauen der Beamten. Und konnten eine ebenso frappierende wie verblüffende Erklärung für ihre gewichtige Reisekasse beisteuern: „Die Münzen finden wir in den Autowracks aus Europa, die in China verschrottet werden.“ Da die Polizei weder die Aussage widerlegen noch irgendein Delikt feststellen konnte, ließ sie die Reisenden ziehen, gaben ihnen aber noch den Rat mit auf den Weg, ihre harten Barbestände bei einem Büro der Banque de France gegen Scheine umzutauschen.

Offen bleiben nur zwei Fragen: Lohnt sich der Transport von Schrottautos um die halbe Welt wirklich, oder haben die Chinesen der Pariser Polizei einen ordentlichen Panda-Bären aufgebunden? Und: Was, wenn die Touri-Gruppen aus China beginnen, ihre Einkäufe in den Luxusgeschäften auf den Champs Elysées mit 1-Euro-Münzen zu bezahlen?

Thomas Hanke
Thomas Hanke
Handelsblatt / Korrespondent in Paris

Kommentare zu " Chinese bezahlt nur mit Euro-Münzen: Kleingeld aus dem Autowrack"

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  • Ja, dieser Gedanke kam mir auch!
    Überhaupt: sind da noch so viele Euromünzen in europäischen Schrottautos? Sind die Armaturen denn nicht längst vorher nach 'Brauchbarem' mehrfach durchsucht, bevor sie verschifft werden?
    Und lassen die sich nicht vorab in China in Scheine umtauschen?
    Fragen über Fragen ;)

  • mich würde mal interessieren was das Kilo Übergepäck von China nach Frankreich kostet

  • Ich glaube nicht, dass er diese Münzen meinte.

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