Chinesischer Jugendlicher: Eine Niere im Tausch für ein iPad

Chinesischer Jugendlicher
Eine Niere im Tausch für ein iPad

Auf einen makaberen Deal hat sich ein chinesischer Jugendlicher eingelassen. Weil er ein iPad und iPhone kaufen wollte, ließ er sich in einem angemieteten OP die Niere entnehmen. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft.
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Ein chinesischer Jugendlicher hat eine Niere verkauft, um sich ein iPad und ein iPhone kaufen zu können. Fünf Personen, die an der Transplantation beteiligt waren, seien wegen vorsätzlicher Körperverletzung angeklagt worden, meldete die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua. Den Verdächtigen wird vorgeworfen, die Entnahme und Transplantation der Niere des 17-jährigen Schülers organisiert zu haben. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft in der Provinz Hunan bestätigte am Samstag inoffiziell die Anklage gegen die fünf Personen.

Darunter seien ein Chirurg und Mittelsleute, die online nach Spendern gesucht und einen OP für den Eingriff angemietet hätten, berichtete Xinhua in der Meldung vom Freitagabend. In China warten laut Xinhua etwa 1,5 Millionen Menschen auf ein Spenderorgan, doch nur etwa 10.000 Transplantationen würden jährlich durchgeführt.

Einer der Angeklagten habe wegen seiner Spielschulden mit der Suche nach Organspendern begonnen. Er habe einen seiner Mitangeklagten angewiesen, in Chat-Räumen im Internet nach potenziellen Kandidaten zu suchen, und einen anderen mit der Anmietung des OPs beauftragt, berichtete Xinhua weiter. Die Operation fand demnach im April vergangenen Jahres statt.

Der Hauptangeklagte erhielt den Informationen von Xinhua zufolge für die Transplantation 220.000 Yuan (27.000 Euro), davon gab er zehn Prozent an den Schüler und teilte den Rest mit seinen Mitangeklagten und medizinischem Personal, das in den Eingriff eingebunden war.

Im März hatte die Zeitung „Southern Daily“ berichtet, dass eine Reihe von Chinesen Organe verkauft hätten - oder dies ernsthaft in Erwägung ziehen würden -, um Spielschulden, ein neues Smartphone oder eine Abtreibung für ihre Freundin zu bezahlen. Der Fall um den jungen Schüler hat in China Empörung und eine Diskussion über die Folgen der steigenden Konsumgesellschaft im Land ausgelöst.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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