Chirurgen werten Operation als letzte Maßnahme
4 500 Babys pro Jahr brauchen Herz-OP

In Deutschland werden jährlich 4 500 Babys kurz nach der Geburt wegen eines Herzfehlers operiert. „Für einen kleinen Säugling ist dieser Eingriff außerordentlich belastend“, sagte der Rostocker Kinderherzchirurg Gustav Steinhoff am Freitag am Rande eines Symposiums im Ostseebad Warnemünde.

HB/dpa ROSTOCK. Noch Anfang der 90er Jahre sei jeder fünfte Neugeborene bei einem solchen operativen Eingriff gestorben. Auf Grund des medizinischen und technischen Fortschritts sei die Sterblichkeitsrate auf heute 3 bis 5 Prozent gesunken. 8 000 Babys kommen jährlich in Deutschland mit einem Herzfehler zur Welt. Das entspricht etwa einem Prozent aller Neugeborenen.

Die Mediziner kennen mehr als 70 unterschiedliche angeborene Herz- oder Gefäßfehler. Dazu zählen zu enge oder gar nicht vorhandene Herzklappen, „löchrige“ Herzkammern oder auch ein nicht ausgebildeter Lungenblutkreislauf. „In einem Großteil der Fälle können die Fehler völlig korrigiert werden. Viele Patienten haben aber ein Leben lang mit der Herzkrankheit zu tun, müssen Medikamente nehmen oder mehrmals operiert werden“, sagte Steinhoff.

Die Herztransplantation bewertete der Herzchirurg als letztes Mittel. „Wir sparen das auf, solange es geht, weil bei Kindern die Überlebensrate zehn Jahre nach dem Eingriff nur bei 40 bis 50 Prozent liegt.“

Steinhoff hatte im Juli 2001 herzkranken Patienten körpereigene (adulte) Stammzellen direkt in den Herzmuskel gespritzt und damit bereits Erfolge erzielt. Eine Studie mit Vergleichsgruppen läuft noch bis 2004. Bei entsprechend positiven Endergebnissen erwägt Steinhoff, das Verfahren auf angeborene Herzfehler bei Neugeborenen auszuweiten. „In diesem Bereich arbeiten wir eng mit der Harvard Medical School in Boston zusammen.“

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