Christliche Kirchen
Vatikan spricht Protestanten den Kirchen-Status ab

Der Vatikan hat den Protestanten das Recht abgesprochen, ihre Glaubensgemeinschaft als Kirche zu bezeichnen. Zum Verhängnis wird den evangelischen Gläubigen aus Sicht der Kurie, dass sie den „großen Vorsitzenden“ in Rom nicht anerkennen. Immerhin wird den Protestanten zugestanden, sie gehörten zu einer Art Kirche light.

HB ROM. Dies ist der Kern eines am Dienstag veröffentlichten Dokuments der Glaubenskongregation, das Papst Benedikt XVI. ausdrücklich gut geheißen und genehmigt habe. Wie bereits in dem umstrittenen Schreiben „Dominus Iesus“ im Jahr 2000 wird die Einzigartigkeit und der Vorrang der Katholischen Kirche bekräftigt.

Zur Begründung heißt es, Protestanten und andere christliche Gemeinschaften, die nicht den Papst anerkennen, könnten sich nicht auf die „apostolische Sukzession“ berufen. Damit ist die katholische Lehre gemeint, wonach sich Päpste und Bischöfe noch heute auf den Auftrag Jesu Christi an die Apostel zur Glaubensverbreitung berufen.

„Deshalb sind sie „nicht Kirchen im eigentlichen Sinn“, sondern „kirchliche Gemeinschaften“, wie die Konzils- und Nachkonzilslehre bezeigt“, heißt es in einem Kommentar der Glaubenskongregation zu dem Dokument.

Die Verfasser räumen allerdings ein, dass „diese klaren Aussagen bei den betroffenen Gemeinschaften und auch in katholischen Kreisen Unbehagen verursacht haben“. Aber es sei „nicht ersichtlich, wie man diesen Gemeinschaften den Titel „Kirche“ zuschreiben könnte“, heißt es weiter. Allerdings hätten die protestantischen Gemeinschaften „zweifellos einen kirchlichen Charakter und einen daraus folgenden Heilswert“.

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