Chrobog sprach mit malischem Präsidenten
Tauziehen um Sahara-Geiseln

Der Staatssekretär im Auswärtigen Amt, Jürgen Chrobog, ist am Donnerstag nach Mali gereist, wo sich Behörden und Diplomaten um die Freilassung von 14 in der Sahara verschleppten Geiseln bemühen.

Reuters BAMAKO. Nach Angaben aus diplomatischen Kreisen in der Hauptstadt Bamako traf Chrobog mit dem malischen Staatspräsidenten Amadou Toumani Toure zusammen und reiste anschließend nach Berlin zurück. Eine Reuters-Korrespondentin hatte Chrobog kurz nach seiner Ankunft in Bamako gesehen. Das Auswärtige Amt wollte sich zu Einzelheiten der Reise nicht äußern.

Die Geiseln - neun Deutsche, vier Schweizer und ein Niederländer - sind vermutlich in der Gewalt der radikal- islamischen Salafistischen Gruppe für Predigt und Kampf (GSPC).

Am Freitag hatten Diplomaten die Befürchtung geäußert, dass die Lage für die Geiseln immer problematischer werde. „Je länger die Verhandlungen dauern, desto Besorgnis erregender wird die Situation für die Geiseln“, hieß es in den Kreisen. „Ihre einzige Hoffnung ist, dass die Entführer wissen, dass eine tote Geisel nicht sehr viel wert ist - es ist in ihrem Interesse, dass sie am Leben bleiben.“

Mindestens ein Teil der Geiseln, die in Algerien verschleppt worden waren, soll inzwischen in die Gegend westlich von Taoudenni in Mali gebracht worden sein, eine Region, die für ihre Salzminen bekannt ist und wo die Temperatur 45 Grad erreichen kann. Nahrungsmittel und sauberes Wasser sind dort rar; Durchfall, Hitzeschlag und Skorpione bedrohen Gesundheit und Leben der Geiseln. Eine deutsche Geisel ist bereits vor Wochen in Algerien an einem Hitzeschlag gestorben.

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