Chronik 2005
Die Zahlen des Jahres

Von 0 bis 26 Milliarden, die wichtigsten Zahlen des Jahres 2005 im Überblick:

0 Prozent mehr Rente bekommen Deutschlands Ruheständler. Damit erhalten Deutschlands Rentner zum zweiten Mal in Folge keine Rentenerhöhung.

1 Stimme fehlte der schleswig-holsteinischen Ministerpräsidentin zur Wiederwahl - und das in vier Wahlgängen. Bei der Landtagswahl im Februar hatten SPD und Grüne ihre Mehrheit verloren und wollten ein Minderheitskabinett mit Unterstützung des Südschleswigschen Wählerverbandes bilden. Dafür gab es im Landtag keine Mehrheit. Inzwischen regiert in Kiel ein rot-schwarzes Bündnis.

15 Stunden dauert die Vernehmung von Bundesinnenminister Otto Schily vor dem Visa-Untersuchungsausschuss. Zuvor hatte sich Außenminister Joschka Fischer (Grüne) 12,5 Stunden lang den Fragen der Parlamentarier zur fragwürdigen Vergabepraxis für Reisevisa in Osteuropa gestellt.

50 Jahre sind seit der Gründung der Bundeswehr vergangen. Heute ist ihre Hauptaufgabe nicht mehr die Landesverteidigung, sondern der Kampf gegen den internationalen Terrorismus.

50 Mikrogramm Feinstaub darf ein Kubikmeter Luft laut EU- Verordnung höchstens enthalten. Wenn dieser Grenzwert an mehr als 35 Tagen überschritten wird, drohen betroffenen Kommunen empfindliche Strafen. Das passierte in den meisten deutschen Städten - zuerst am 24. März in München. Die Messergebnisse ließen die Diskussion um Rußfilter, Fahrverbote und die Sperrung von Innenstädten wieder aufleben.

397 Ja-Stimmen bekommt Angela Merkel, als am 22. November erstmals in der deutschen Geschichte eine Bundeskanzlerin gewählt wird. An der Wahl beteiligen sich 612 der 614 Abgeordneten.

2711 Betonstelen erinnern seit Mai auf einem Gelände zwischen Brandenburger Tor und Potsdamer Platz nahe der einstigen Reichskanzlei Adolf Hitlers an den Holocaust. Das 1999 vom Bundestag beschlossene Denkmal hat 27,6 Mill. Euro gekostet.

4000 Euro Pension spendet der frühere baden-württembergische Staatsminister Christoph Palmer (CDU) jeden Monat der Vesperkirche in Stuttgart. Dem damals 42-Jährigen steht das Ruhegeld wegen einer alten rechtlichen Regelung zu, nachdem er sein Amt niedergelegt hatte. Er hatte einen Parteifreund im Streit über die Nachfolge von Ministerpräsident Erwin Teufel (CDU) geohrfeigt.

25 000 Euro Geldauflage muss der frühere Bundesinnenminister Manfred Kanther (CDU) bezahlen, als er im April vom Wiesbadener Landgericht wegen Untreue zu eineinhalb Jahren Haft auf Bewährung verurteilt wird. Als Generalsekretär der hessischen CDU hatte Kanther in den 80er Jahren Parteivermögen in schwarzen Kassen versteckt.

5 037 000 Menschen waren Ende Januar arbeitslos gemeldet. Damit überstieg die Zahl der Erwerbslosen erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik die Marke von fünf Millionen. Die Bundesregierung begründet das vor allem mit der Arbeitsmarktreform Hartz IV, mit der erstmals auch die arbeitsfähigen Sozialhilfeempfänger in der Statistik erfasst werden.

20 Millionen Fernsehzuschauer verfolgen am 4. September das einzige direkte TV-Duell im Bundestagswahlkampf. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und seine Herausforderin Angela Merkel (CDU) werben in einem 90-minütigen unerwartet offenen Schlagabtausch um die Gunst der Wähler.

500 Millionen Euro sagte die Bundesregierung den Opfern der Tsunami-Katastrophe in Südasien zu. Deutschland setzt sich damit an die Spitze der Geberländer. Die Gelder sollen bis 2009 für "sinnvolle Projekte" ausgegeben werden.

1,9 Milliarden Euro wollen Bund und Länder in den nächsten Jahren zur Förderung der Spitzenforschung in Deutschland aufbringen. Nach langem Streit einigte man sich im Juni auf ein Programm, mit dem bis 2011 an den Universitäten rund 30 international anerkannte Exzellenzzentren aufgebaut werden. Der Bund übernimmt 75 Prozent der Kosten.

26 Milliarden Euro wird das Arbeitslosengeld II den deutschen Steuerzahler im Jahr 2005 kosten - statt 14,6 Milliarden, wie zunächst im Haushalt veranschlagt. Die Zahl der Leistungsempfänger übertraf einfach alle Erwartungen. Viele Hilfsbedürftige, die sich früher geschämt hätten, Sozialhilfe zu beziehen, beantragten jetzt das aus ihrer Sicht weniger anstößige ALG II. Außerdem ermöglichte das Gesetz, dass jugendliche Arbeitslose auf Staatskosten einen eigenen Hausstand gründen konnten.

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