Chronologie
Aufstieg und Niedergang von Rot-Grün

Das Regierungsprojekt von SPD und Grünen startete vor fast 20 Jahren in Hessen. Mit der Bundestagswahl am 18. September 2005 verloren beide Parteien nun nach sieben Jahren ihre Mehrheit im Bundestag. Das bedeutete das Aus für die vorerst letzte nur aus diesen beiden Parteien bestehende Regierung in der Bundesrepublik. Eine Chronologie:

Dezember 1985: Joschka Fischer wird in Hessen als erster grüner Landesminister vereidigt. Anfang 1987 zerbricht die Koalition.

März 1989: Die Alternative Liste (AL) rückt in den Berliner Senat ein. Im November 1990 ist die Koalition am Ende.

Juni 1990: Der neue niedersächsische Ministerpräsident Gerhard Schröder (SPD) paktiert vier Jahre lang mit den Grünen.

Juni 1991: Acht Jahre dauert die Neuauflage des Bündnisses unter Hans Eichel (SPD) in Hessen. 1999 übernehmen CDU und FDP.

Dezember 1991: Rot-gelb-grüne Ampel-Koalition von SPD, Grünen und FDP in Bremen. Nach Streit über den Vogelschutz 1995 große Koalition.

Juli 1994: In Sachsen-Anhalt regiert Reinhard Höppner (SPD) ohne Mehrheit vier Jahre mit den Grünen. Die PDS toleriert ("Magdeburger Modell").

Juli 1995: Unter Johannes Rau (SPD) Beginn einer zehnjährigen rot- grünen Zusammenarbeit in Nordrhein-Westfalen. Immer wieder Konflikte unter den Rau-Nachfolgern Wolfgang Clement und Peer Steinbrück.

Mai 1996: Bündnis in Kiel mit Heide Simonis (SPD) als Ministerpräsidentin, das sich bei der Wahl 2000 behauptet.

November 1997: Auch Hamburg bekommt eine rot-grüne Regierung. 2001 muss sie einem Mitte-Rechts-Bündnis Platz machen.

Oktober 1998: Machtwechsel im Bund mit Gerhard Schröder als Kanzler und Joschka Fischer (Grüne) als Außenminister. Verlust der Bundesratsmehrheit nach rot-grüner Niederlage 1999 in Hessen.

März 1999: Wegen der Kosovo-Krise schickt Rot-Grün als erste Nachkriegsregierung deutsche Soldaten in einen bewaffneten Konflikt.

Juni 2001: Nach dem Bruch der großen Koalition in Berlin bildet Klaus Wowereit (SPD) vorübergehend einen rot-grünen Minderheitssenat.

November 2001: Vertrauensfrage Schröders wegen des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan. Ein Parteitag billigt nachträglich das Ja der grünen Abgeordneten und verhindert das Scheitern der Koalition.

September 2002: Bei der Bundestagswahl behauptet sich Rot-Grün knapp.

März 2003: Mit der "Agenda 2010" kündigt der Kanzler harte Einschnitte in das Sozialsystem an. Den Parteivorsitz übernimmt Franz Müntefering. Seitdem SPD-Stimmenverluste bei allen größeren Wahlen. Die Grünen bleiben lange unbehelligt.

Mai 2004: Rot-grüne Niederlage bei der Wahl des Bundespräsidenten: Die Opposition setzt Horst Köhler als Rau-Nachfolger durch.

Januar 2005: Das lange umstrittene Zuwanderungsgesetz tritt in Kraft. Grüne Forderungen zum Thema Einwanderung scheitern auch an SPD-Innenminister Otto Schily.

Februar 2005: Erstmals werden mehr als fünf Mill. Arbeitslose gemeldet. Außenminister Fischer gerät wegen der "Visa-Affäre" unter Druck.

März 2005: Ein "Abweichler" vereitelt die Wiederwahl von SPD - Ministerpräsidentin Simonis im Kieler Landtag - danach große Koalition unter CDU-Führung.

Mai 2005: Spektakulärer Wahlsieg der CDU in Nordrhein-Westfalen. SPD und Grüne verlieren ihre vorerst letzte Länderbastion. Überraschend spricht sich Schröder für eine vorgezogene Bundestagswahl aus.

September 2005: SPD und Grüne verlieren bei der Bundestagswahl ihre Regierungsmehrheit.

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