Club: Börsenverein benachteiligt unsere Mitglieder
Club Bertelsmann darf Bohlen-Buch nicht verkaufen

Der Club Bertelsmann darf nach Angaben des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels Dieter Bohlens Buch „Hinter den Kulissen“ nicht mehr an seine Mitglieder verkaufen. Das Landgericht Wiesbaden habe dies mit einer Einstweiligen Verfügung untersagt, teilte der Dachverband der deutschen Buchbranche am Freitag in Frankfurt mit.

HB FRANKFURT. Der Börsenverein hatte wegen eines Verstoßes gegen die Buchpreisbindung geklagt, weil Bertelsmann bei der Einführung des Bohlen-Buches im regulären Handel den Band verbilligt auch im Club angeboten hatte. Das Gericht habe entschieden, dass Bertelsmann erst sechs Monate nach Erscheinen eines Buches im Handel auch Clubausgaben anbieten dürfe, erklärte der Börsenverein.

Die Einstweilige Verfügung wird der Mitteilung zufolge Anfang kommender Woche durch Zustellung wirksam. Von diesem Zeitpunkt an müsse der Club Bewerbung und Verkauf des Bohlen-Buchs einstellen. Der Club Bertelsmann kündigte umgehend an, man werde mit allen rechtlichen Mittel gegen die Verfügung vorgehen.

Bei der Auseinandersetzung geht es um die Frage, unter welchen Bedingungen Buchclubs ihren Mitgliedern aktuelle Titel parallel zur Buchhandelsausgabe in unwesentlich veränderter Ausstattung billiger anbieten dürfen. Der Club Bertelsmann ist der Ansicht, dass eine Parallelausgabe nicht gegen das Buchpreisbindungsgesetz vom Oktober vergangenen Jahres verstößt. Der Börsenverein besteht dagegen auf einem Abstand von einem halben Jahr.

„Der Börsenverein benachteiligt unsere vier Millionen Club- Mitglieder in Deutschland“, kritisierte Club-Geschäftsführer Rainer Wittenberg. Er drohte mit Schadenersatzforderungen in Millionenhöhe sowie mit dem Austritt aus dem Branchenverband.

Erst kürzlich waren Bertelsmann-Club und Börsenverein in einem ähnlichen Fall aneinander geraten. Der Club hatte seinen Mitgliedern Hillary Clintons Memoiren kurz nach Erscheinen der Originalausgabe weit unter dem Ladenpreis angeboten. Der Buchumschlag sah zudem fast identisch aus. Der Börsenverein sah jedoch von einer Klage ab, nachdem der Club sich bereit erklärt hatte, das Buch mit geändertem Umschlag anzubieten.

Das Bohlen-Buch war am 4. Oktober in einer Auflage von 200 000 Exemplaren in den Handel gekommen, musste jedoch nach einer Einstweiligen Verfügung des früheren Bohlen-Partners Thomas Anders zurückgerufen worden. Auf der Frankfurter Buchmesse ist das Buch beim zu Bertelsmann gehörenden Verlag Random House nur geschwärzt in einer Vitrine zu sehen. Dagegen ist es beim benachbarten Stand des Clubs Bertelsmann ungeschwärzt hinter Glas ausgestellt.

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