Continental Airlines wehrt sich gegen Ermittlungen
Concorde-Abschlussbericht entlastet Air France

Die Pariser Staatsanwaltschaft hat in einem Gutachten den Hersteller Aérospatiale und die Fluggesellschaft Air France entlastet. Nach der Veröffentlichung des Berichts hat die US-Fluggesellschaft Continental Airlines erneut alle Schuld von sich gewiesen.

HB PARIS/WASHINGTON. Viereinhalb Jahre nach dem Absturz mit 113 Todesopfern hatte die Pariser Staatsanwaltschaft am Dienstag festgestellt, dass ein Continental-Flugzeug kurz vor dem Start der Air-France-Concorde eine Lamelle verloren hatte, die „direkter“ Auslöser des Unglücks war. Die Concorde war über dieses 47 Zentimeter lange Teil aus Titan gefahren, so dass ein Reifen platzte. Teile des Rades prallten gegen die als zu schwach befundene Verkleidung des Treibstofftanks der Überschallmaschine, so dass dieser zerbarst und das auslaufende Kerosin explodierte.

Die Staatsanwaltschaft nannte diese Schwäche an der Unterseite der Concorde-Tragfläche aber keinen „Konstruktionsfehler“, sondern einen „wichtigen Mangel“. Der Unfall sei auch nicht auf „schlechte Wartung der Maschine“ zurückzuführen. Der Concorde-Hersteller Aérospatiale und die Fluggesellschaft Air France wurden dadurch entlastet. „Nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen ist eine Verantwortung von Air France auszuschließen“, hieß es.

Continental Airlines kündigte daraufhin am Dienstag (Ortszeit) in Houston (US-Bundesstaat Texas) an, sich notfalls vor Gericht gegen Ermittlungen durch die französischen Behörden zur Wehr zu setzen. Man sei überzeugt, dass es keinerlei Grundlage für Ermittlungen gegen das Unternehmen und dessen Mitarbeiter gebe, heißt es in der Erklärung. Nach bisheriger Planung sollten im kommenden Februar Leitende Angestellte von Continental Airlines vor dem zuständigen Ermittlungsrichter aussagen. Gehört werden sollen der Techniker, der die Titan-Lamelle montiert habe, sein Vorgesetzter sowie der Verantwortliche für die Wartung.

Wie die Tageszeitung „Le Figaro“ am Mittwoch berichtete, hatten bereits in den 80er und 90er Jahren in sieben Fällen platzende Reifenteile Löcher in Treibstoff-Tanks der Concorde gerissen. Die Tragflügel-Unterseite war jedoch erst ein Jahr nach der Katastrophe verstärkt worden. Man habe wohl 20 Jahre auf diese Entscheidung gewartet, „weil keiner dieses Spitzenprodukt der Luftfahrt monatelang am Boden festhalten wollte“, sagte ein Anwalt der Opfer-Angehörigen der Zeitung.

Air France und die britische British Airways hatten als Folge des Unfalls am 25. Juli 2000 die wenig rentablen Überschallflüge mit der Concorde 2003 eingestellt. Bei dem Unfall waren alle 109 Insassen - darunter 97 Deutsche - sowie 4 Menschen am Boden gestorben.

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