Dach eingestürzt
Rewe-Markt entgeht Beinahe-Katastrophe

Beim Einsturz eines Supermarkt-Daches in einem Einkaufzentrum in Falkensee bei Berlin sind Kunden und Mitarbeiter nur knapp einer Katastrophe entkommen. Dabei war der Supermarkt erst vor wenigen Jahren gebaut worden.
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HB FALKENSEE/POTSDAM. Der Rewe-Laden war bereits fast leer, als am Dienstagabend kurz nach Ladenschluss gegen 22.20 das 1000 Quadratmeter große Dach zusammensackte. Der Filialleiter, der sich noch bei der Abrechnung im Gebäude befand, wurde unverletzt aus den Trümmern befreit, erlitt allerdings laut einer Polizeisprecherin einen Schock. Ihn schützte eine Querwand vor den herabfallenden Gebäudeteilen.

Warum das Dach einstürzte, war bis Mittwochmittag unklar. „Es hat keine Witterungseinflüsse gegeben", sagte eine Sprecherin der Stadt Falkensee. Am Morgen hätten Gutachter mit Hilfe der Feuerwehr das im Juli 2004 fertiggestellte Gebäude untersucht. Sieben Gebäude in der Nähe des Unglücks-Supermarktes sind laut Stadtsprecherin vorsorglich geschlossen worden. „Sie wurden nach mehr oder weniger der gleichen Bauweise errichtet.“ Es müsse untersucht werden, ob noch andere Gebäude einsturzgefährdet seien, sagte auch Falkensees Baudezernent Harald Höhlig. Die Stadt versuche, den Bauträger zu erreichen, um das weitere Vorgehen zu besprechen.

Der Präsident der Brandenburger Architektenkammer, Bernhard Schuster, bezeichnete es als „sehr ungewöhnlich“, dass das Dach eines erst vor wenigen Jahren errichteten Gebäudes einstürzt. „Im Regelfall ist so etwas nicht möglich.“ Es könnte allerdings passieren, dass Material schadhaft sei oder versagt habe. „Bei Tragwerken wie einem Dach ist Pfusch am Bau in Deutschland relativ ausgeschlossen.“ Denn es gelte das Vier-Augen-Prinzip: Die Arbeit eines Statikers müsse von einem anderen sogenannten Prüf-Statiker kontrolliert werden.

Der Akazienhof ist eines der beliebtesten Einkaufszentren in Falkensee, das in der Nähe des Bahnhofs der Gemeinde und am Stadtrand von Berlin-Spandau liegt. Das Zentrum zieht täglich Hunderte von Kauflustigen auch aus der Hauptstadt an.

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