Dach zerstört
Brand in ältester Kirche Danzigs

Bei einem Brand ist Danzigs älteste Kirche am Montag schwer beschädigt worden. Am Abend galt zeitweise auch der Turm mit dem aus 49 Glocken bestehenden Glockenspiel als einsturzgefährdet. Doch dann besserte sich die Lage.

HB WARSCHAU/DANZIG. „Wir tun alles, damit es nicht dazu kommt“, sagte Andrzej Roszkowski, der Leiter der Feuerwehr. Der Turm war erst vor wenigen Jahren mit Spendengeldern aus aller Welt restauriert worden. Das Innere des Gotteshauses in der Altstadt von Danzig (Gdansk) sei nicht bedroht, hieß es.

Die gotische Katharinenkirche, die im 12. Jahrhundert errichtet wurde, brannte am frühen Abend noch immer. Nach zweistündigen Löscharbeiten sagte die Einsatzleitung am späten Nachmittag jedoch, die Lage sei insgesamt unter Kontrolle. Das Feuer zerstörte das Dach; Teile davon stürzten in ein Zwischengeschoss, berichtete der Nachrichtensender TVN 24.

Die Feuerwehr war mit 20 Löschzügen am Ort. Bei den Löscharbeiten erlitten zwei Feuerwehrmänner Rauchvergiftungen. Über Tote oder Verletzte gab es keine Informationen. Auch am Abend züngelten noch Flammen aus dem Turm, Rauch lag über der Hauptkirche der Danziger Altstadt. Mit meterhohen Wasserfontänen versuchte die Feuerwehr weiter, ein Übergreifen von Flammen auf andere Teile der Kirche zu verhindern.

„Das ist die größte Tragödie der Danziger Denkmäler seit 1945“, sagte der Kunsthistoriker Andrzej Januszajtis im polnischen Rundfunk. Neben der berühmten Marienkirche sei die Katharinenkirche der wertvollste Sakralbau in der Danziger Altstadt. Feuerwehrmänner hatten die Kunstschätze aus der gotischen Kirche bei ihrer Hilfsaktion in Sicherheit gebracht, vor allem Gemälde und Skulpturen.

Augenzeugen zufolge waren unmittelbar vor dem Ausbruch des Feuers Dacharbeiten im Gange gewesen. Ob die Arbeiter sich zeitweise in der brennenden Kirche befanden, war zunächst nicht bekannt. Die Umgebung der Kirche wurde abgesperrt, eine Evakuierung der Altstadt wurde zunächst aber nicht angeordnet.

Die Katharinenkirche stammt ursprünglich aus dem 12. Jahrhundert. In der Kirche ist unter anderem der Astronom Johann Hevelius (1611-1687) begraben. Fürst Subislaus errichtete 1185 eine Holzkirche, die Anfang des 13. Jahrhunderts in Stein erneut gebaut wurde. Die historischen Glocken der Katharinenkirche wurden 1940 zu Rüstungszwecken eingeschmolzen. Der 1945 völlig zerstörte Kirchenbau wurde originalgetreu rekonstruiert. Heute ist die Kirche Sitz des Uhrenmuseums.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%