Dacheinsturz in Bad Reichenhall
Wettlauf gegen die Kälte

Neun Tote haben die Rettungskräfte bis zum Dienstagmorgen aus den Trümmern der eingestürzten Eissporthalle in Bad Reichenhall geborgen. Im schlimmsten Fall steigt die Opferzahl bis auf 15. Doch die Helfer geben die Hoffnung nicht auf.

HB BAD REICHENHALL. Wie die Polizei Traunstein am Dienstagmorgen mitteilte, wurden bisher neun Menschen tot geborgen. Sechs Menschen werden weiter vermisst. Sie liegen nach wie vor unter den Trümmern. Für sie gibt es nach Einschätzung der Hundeführer noch „sehr viel Hoffnung“, wie der Kreisbrandrat von Berchtesgaden, Rudi Zeif, nach der morgentlichen Lagebesprechung sagte. Allerdings sinke diese Hoffnung von Stunde zu Stunde. Klopfgeräusche seien nicht gehört worden, sagte Zeif und dementierte damit vorherige Angaben eines Polizeisprechers.

Nach Angaben der Feuerwehr ist die Hälfte der Halle inzwischen komplett abgesucht worden. Es gebe jedoch noch Hohlräume, zu denen die Retter wegen der Einsturzgefahr nicht vordringen konnten. Zum Zeitpunkt des Unglücks am Montagnachmittag befanden sich laut Einsatzleitung schätzungsweise 50 Menschen in der Halle.

Bei den geborgenen und identifizierten Toten handelt es sich nach Angaben des leitenden Polizeidirektors Andrä um eine Frau, einen männlichen und eine weiblichen Jugendlichen, zwei Jungen und vier Mädchen im Alter zwischen neun und zwölf Jahren. Alle stammten aus den Landkreisen Berchtesgadener Land und Traunstein. 34 Menschen wurden verletzt, 18 davon so schwer, dass sie ins Krankenhaus mussten.

Die Bergungsarbeiten würden unvermindert fortgesetzt, gestalteten sich jedoch weiter schwierig, nicht zuletzt wegen heftigen Schneefalls, erklärte das Landratsamt weiter. Am Dienstagmorgen waren noch immer 500 Rettungskräfte im Einsatz, viele seit Montagnachmittag. Am Montag hatten rund 700 Helfer bis in die Abendstunden nach Überlebenden gesucht.

Mit Hilfe von sechs Kranwagen versuchen die Retter, größere Trümmerteile zu entfernen, um zu den Vermissten vorzudringen. Polizeisprecher Franz Sommerauer erklärte am frühen Morgen, derzeit sei erst die Hälfte der Halle für die Bergungsmannschaften zugänglich. „Wir gehen davon aus, dass wir auch noch weitere Tote finden werden.“ Hunde suchen nach Verschütteten. Es herrscht weiter Katastrophenalaram in der Region.

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