Dänemark Prinz Henrik gestorben

Nach schwerer Krankheit ist der Prinzgemahl der dänischen Königin Margrethe gestorben. Der gebürtige französische Graf wurde 83 Jahre alt.
Update: 14.02.2018 - 12:55 Uhr Kommentieren
Der gebürtige Franzose wurde 83 Jahre alt. Quelle: dpa
Prinz Henrik von Dänemark

Der gebürtige Franzose wurde 83 Jahre alt.

(Foto: dpa)

KopenhagenDer dänische Prinz Henrik ist tot. Der schwerkranke Mann von Königin Margrethe starb am Dienstagabend in der Residenz Fredensborg bei Kopenhagen, wie das Königshaus mitteilte. Die Königin und seine beiden Söhne seien an der Seite des 83-Jährigen gewesen, hieß es in der Stellungnahme des Palastes. Er sei im Schlaf gestorben.

Der gebürtige Franzose war am 28. Januar mit einer Lungeninfektion in die Kopenhagener Universitätsklinik gebracht worden. Seitdem hatten Margrethe und andere Mitglieder der Königsfamilie ihn dort täglich besucht. Am Dienstag wurde er nach Schloss Fredensborg gebracht, wo er nach Angaben des Palastes „seine letzten Momente verbringen“ wollte. Das Schloss liegt 35 Kilometer nördlich von Kopenhagen. Im vergangenen September hatte der Palast eine Demenzerkrankung Henriks bekanntgegeben.

Das Königshaus erklärte am Mittwoch eine einmonatige Trauerperiode. Die Flaggen wurden in Kopenhagen auf öffentlichen und privaten Gebäuden auf halbmast gesetzt. Hunderte Dänen äußerten auf der Facebook-Seite des Palastes ihr Beileid.

„Die königliche Familie hat einen Anker verloren“, erklärte Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen. Der schwedische König Carl XVI. Gustaf drückte auf Instagram sein Beileid aus. „Wir werden Prinz Henrik mit großer Wärme in Erinnerung behalten“, schrieb er.

Das sind die Monarchen dieser Welt
Elizabeth II.
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Königin Elizabeth II. (*1926) regiert seit 1952 und ist das am längsten amtierende Staatsoberhaupt der Welt. Als Königin ist sie Oberhaupt von 16 unabhängigen Staaten, unter anderen Großbritannien, Australien und Antigua. Elizabeth ist parlamentarische Monarchin und hat wenig direkte politische Macht, sondern überwiegend repräsentative Aufgaben. Allerdings ernennt und entlässt sie offiziell den britischen Premierminister und wird wöchentlich über die politische Entwicklung im Land informiert. Für eine Königin hat Elizabeth II. eine eher ungewöhnliche Berufsausbildung absolviert: Während des Zweiten Weltkrieges wurde sie zur Fahrzeugmechanikerin ausgebildet.

Qabus ibn Said
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Sultan Qabus ibn Said (r., mit Turban) herrscht seit 1970 als absoluter Monarch über den Oman. Seit 2011 gibt es Bestrebungen, die Verfassung zu reformieren und aus der absoluten Monarchie des Oman eine konstitutionelle Monarchie zu machen, in der der Sultan in seiner Macht deutlich beschränkt wäre. Qabus ibn Said pflegt eine enge Beziehung zu Deutschland und besitzt ein Anwesen in der Nähe von Garmisch-Partenkirchen.

Margrethe II.
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In Dänemark regiert seit 1972 Königin Margrethe II. (*1940). Sie konnte nur Monarchin werden, weil ihr Vater im Jahr 1953 die Verfassung dahingehend änderte, dass auch weibliche Nachkommen den Thron besteigen können. Margrethes Aufgaben als Staatsoberhaupt bestehen größtenteils aus der Repräsentation Dänemarks, Grönlands und der Färöer-Inseln. Sie übt begrenzt politische Aufgaben aus, so ernennt und entlässt sie formell den Regierungschef.

Carl XVI. Gustaf
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Ein weiteres bekanntes Gesicht des europäischen Hochadels ist der schwedische König Carl XVI. Gustaf (*1946). Er regiert seit 1973 und ist damit der am längsten regierende schwedische König. Zu Beginn seiner Regierungszeit im Jahr 1973 war Carl XVI. Gustaf noch mit nahezu autokratischen Herrschaftsrechten ausgestattet, welche aber schon kurze Zeit später von der schwedischen Regierung beschränkt wurden, und den König zu einem repräsentativen und zeremoniellen Staatsoberhaupt machten.

Hassanal Bolkiah
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Eines der eher unbekannteren Gesichter ist der Sultan von Brunei, Hassanal Bolkiah (*1946). Er ist seit 1967 absoluter Herrscher des Sultanats Brunei, einem Nachbarland von Malaysia. Brunei zählt aufgrund seiner Ölvorkommen zu den reichsten und höchst entwickelten Ländern Asiens und hat etwa 420.000 Einwohner.

Mswati III.
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König Mswati III. ist seit 1986 das absolutistisch herrschende Staatsoberhaupt von Swasiland, einem Nachbarstaat von Südafrika und Mosambik. Er gerät wegen seines ausschweifenden Lebensstils immer wieder in die Kritik, da der Großteil seiner 1,4 Millionen Untertanen in Armut lebt. Jegliche politische Betätigung durch das Parlament ist durch König Mswati III. unter Androhung von Haftstrafen verboten.

Akihito
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In Japan ist seit 1989 Akihito der 125. Kaiser. Da es verfassungsrechtlich kein Staatsoberhaupt in Japan gibt, ist der Kaiser als „Symbol des Staates“ ein reiner Repräsentant Japans. Die Monarchie in Japan gilt als die älteste noch existierende weltweit. Der Kaiser und seine Familie genießen in Japan ein hohes Ansehen, Akihitos Vorfahren wurden sogar als Gottheiten verehrt. Am 30. April 2019 will Akihito abdanken – es wäre das erste Mal seit 200 Jahren, dass ein japanischer Kaiser sein Amt zu Lebzeiten abgibt. Sein Nachfolger wird Kronprinz Naruhito.

Kronprinz Frederik brach am vergangenen Freitag seinen Besuch bei den Olympischen Winterspielen in Südkorea ab, weil sich der Zustand seines Vaters erheblich verschlechtert hatte. Frederik ist Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees.

Henrik war dafür bekannt, dass er sich häufig unzufrieden darüber äußerte, nach der Thronbesteigung Margrethes 1972 lediglich den Titel Prinzgemahl führen zu dürfen, nicht den eines Königs. Eine Änderung der dänischen Verfassung 1953 hatte eine weibliche Thronnachfolge möglich gemacht. Margrethe ist die Tochter des früheren Königs Frederik IX.

Nach seinem Umzug nach Dänemark war Henrik in verschiedenen Organisationen aktiv und schrieb Gedichte, Bücher und seine Memoiren. Zudem war er ein passionierter Klavierspieler. Margrethe und Henrik besaßen ein Schloss in Südwestfrankreich, wohin sie sich jeden Sommer zurückzogen.

In einem Interview verblüffte er die Dänen 2002 mit der Aussage, er fühle sich aus seinem eigenen Zuhause verdrängt – nicht nur von seiner Frau, auch von seinem Sohn. Anlass für die Aussage war vermutlich ein Neujahrsempfang gewesen, dessen Gastgeber Frederik in Vertretung der erkrankten Königin war. „Viele Jahre lang war ich die Nummer zwei“, sagte Henrik der dänischen Boulevardzeitung „B.T.“. Er sei mit der Rolle zufrieden gewesen, doch nach so vielen Jahren in Dänemark wolle er nicht plötzlich die Nummer drei werden.

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Einen Skandal löste er im vergangenen August aus, als er erklärte, er wolle nicht an der Seite Margrethes in der Kathedrale beigesetzt werden. Die Königin hatte bereits einen Sarkophag für beide herstellen lassen.

Der Prinzgemahl, 1934 als Henri Marie Jean Andre de Laborde de Monpezat geboren, heiratete Dänemarks zukünftige Königin im Jahr 1967. Er änderte seinen Namen in Henrik und konvertierte zur lutherischen Volkskirche des Landes. Doch fand er es schwierig, sich an die egalitäre Gesellschaft in Dänemark anzupassen.

Mitte der 1980er Jahre sagte er, er wolle lieber einen Gehaltsscheck, als finanziell von der Königin abhängig zu sein. Das Gesetz wurde schließlich geändert: Der Ehemann der Königin bekam seither zehn Prozent der jährlichen Zuweisung des Parlament an das Königshaus.

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