Dahab
Tote nach Anschlägen in ägyptischem Badeort

In dem ägyptischen Badeort Dahab ist eine Anschlagsserie verübt worden. Am Abend ereigneten sich dort drei Explosionen. Berichten zufolge soll es Dutzende Tote und Hunderte Verletzte geben. Ein Sprecher der Rettungskräfte sagte, unter den Opfern seien viele Ausländer.

HB KAIRO. Die ägyptische Polizei bestätigte am Abend die drei Explosionen. Dabei sollen im mindestens 30 Menschen getötet und über 150 verletzt worden sein. Viele Opfer hätten sich im Hotel El Chalik aufgehalten, in dem sich eine der drei Detonationen ereignete, wie ein Notarzt berichtete. Auch an den beiden anderen Orten habe es Tote oder Verletzte gegeben. Laut einem Bericht des Fernsehsenders Al Dschasira ereignete sich eine weitere Explosion in einem Restaurant.

Dahab ist ein vor allem bei Tauchern beliebter kleiner Badeort nordöstlich des bekannten Urlaubszentrums Scharm el Scheich. Neben Hotels gibt es hier auch zahlreiche preiswerte Feriencamps direkt am Meer. Ein Sprecher der Rettungskräfte sagte, unter den Opfern seien viele Ausländer. Ein Teil der Schwerverletzten werde per Flugzeug nach Kairo gebracht. Andere Verletzte würden in Scharm el Scheich behandelt.

Ägyptens Präsident Husni Mubarak bezeichnete die Explosionen der staatlichen Nachrichtenagentur Mena zufolge als „terroristischen Akt“. Das ägyptische Staatsfernsehen meldete, die Sprengsätze seien nicht von Selbstmordattentätern gezündet worden. Das Auswärtige Amt in Berlin hat bislang keine Erkenntnisse über mögliche deutsche Opfer. Die deutsche Botschaft bemühe sich in engem Kontakt mit den ägyptischen Behörden um Informationen, sagte eine Sprecherin.

Die Hotels am Mittelmeer und am Roten Meer in Ägypten sind zur Zeit gut belegt, weil die Ägypter durch zwei Feiertage ein langes Wochenende haben. Auf dem Sinai hatte es in den vergangenen zwei Jahren bereits zwei Terroranschläge mit insgesamt fast 100 Toten gegeben, im Juli 2005 in Scharm el Scheich mit 66 Todesopfern und im Oktober 2004 in Taba und zwei kleineren Küstenorten mit 34 Toten und über 100 Verletzten. Durch die Anschläge der vergangenen Jahre waren die Urlauberzahlen auf dem Sinai stark zurückgegangen. Die Branche hatte sich erst in den vergangenen Monaten wieder etwas erholt.

Das ägyptische Innenministerium hatte in der vergangenen Woche berichtet, die Sicherheitskräfte hätten 22 Mitglieder einer islamistischen Terrorgruppe festgenommen. Diese sollten angeblich Terroranschläge auf Infrastruktureinrichtungen und Geistliche geplant haben. Diese Nachricht war jedoch von einigen ägyptischen Terrorexperten und von den Familien der Festgenommenen angezweifelt worden. Diese sahen in den Festnahmen einen Vorwand für die von der Regierung geplante Verlängerung des Ausnahmezustandes.

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