Das Rheinland
Die Wurzeln von „Sex, Drugs and Rock 'n' Roll“

Jeder Jeck ist anders. Das weiß man im Rheinland schon seit hunderten von Jahren. Deshalb können wir uns die Lektüre ganzer Bibliotheken zum Thema „Liberalismus“ sparen. Was Sex, Drugs und Rock ’n’ Roll angeht – sie müssen aus dem Rheinland kommen, wo Weiberfastnacht, Kölsch und der Klatschmarsch erfunden wurden.

DÜSSELDORF. Geradezu magisch, wenn nicht manisch, ist das organisierte Narrenwesen mit der Zahl Elf verschworen. Der 1. FC Köln läuft mit 11 Spielern auf, sogar Fortuna Düsseldorf. Und im ganzen Rheinland ist seit dem 11.11. 11:11 Uhr die angeblich fünfte (von elf?) Jahreszeiten befohlen. Über deren Einhaltung wachen standgerichtsartig so genannte Elferräte, an denen offenbar erfolgreiche Klonversuche unternommen wurden. Immer sieht der siebte Elfer-Rat von rechts genau so aus wie der zweite von links. Mutanten mit klingelnden Glöckchen an der Kappe.

Wie ausgemachte Klonjecken scheinen die Räte da oben den ersten Buchstaben ihrer Summe geradezu zu verkörpern, der für die égalité steht, für die Gleichheit.

É-galité, L-iberté, F-raternité. Elf. Diese kulturphilosophische Volte muss erst einmal einer dem Rheinländer nachmachen, der die Revolutionsparole, welche die Welt veränderte, zum Elferrat destillierte, vor dem das Funkenmariechen die schönen Beine reckt wie eine rheinische Variante der barbrüstigen französischen Nationalheldin auf den Barrikaden.

Wobei wir wieder bei der närrischen Arithmetik wären, bei der magisch-manischen Elf, die wahrscheinlich aus dem Französischen ins Rheinische gelangt ist und für die Losung steht, die damals, nach dem Vereinnahmen durch die napoleonischen Franzosen, auf erstaunlich fruchtbaren Boden stieß und die der frankomane und rheinlandphile Heinrich Heine wie ein Fetischist besang:

„Möge das geliebte Rheinland noch lange diese Fesseln tragen und noch mit ähnlichen Fesseln belastet werden! Möge am Rhein noch lange blühen jene echte Freiheitsliebe, ... , jene echte Kraft und Jugendlichkeit, die nicht aus der Branntweinsflasche quillt.“

Heinrich Heine hat in seinem Idealisierungswahn den Schabau schlicht ausgeblendet, den Schnaps, über den der Kölner zwar sagt „Schabau macht schlau“, aber dessen von Haus aus segensarme Wirkungen in diesen Tagen in der einen oder anderen Gosse zu besichtigen sind beziehungsweise links und rechts des Rosenmontagszuges.

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