Das ultimative Superboot
Love me tender

Alles super? Eine englische Yachtfabrik hat das angeblich ultimative Diesel-Motorboot vorgestellt. Pate standen die exklusivsten Sportwagen und natürlich die Formel 1. Tatsächlich die schönste Sache, die je ein Mann geschaffen hat?

avc Was fällt Ihnen ein, wenn von „der schönsten Sache, die je ein Mann geschaffen hat“, die Rede ist? Noch dazu im für seine Exzentrik geliebten Monte Carlo? Falsch, genau das eben nicht! Der englische Journalist Jeremy Clarkson, der sich solchermaßen euphorisch äußerte, ließ alle zunfteigene Zurückhaltung fahren, als er erstmals ein Motorboot namens XSR48 zu Gesicht bekam. Am Namen kann’s nicht gelegen haben, so nennt man üblicherweise Software oder bestenfalls Mikrowellen und Toaster. Aber doch nicht das angeblich „schnellste Diesel-Motorboot der Welt“. Das zudem, drunter tut es der englische Hersteller XSMG Marine nicht, über die „inhärente DNA eines Supersportwagens“ verfügt. Nun gut, bei so viel Fantasie wäre ja vielleicht auch ein bisschen für einen ordentlichen Namen übrig gewesen.

Das Wort „Super“ ist dennoch nicht fehl am Platz: Das Boot, dessen Prototyp auf der exklusivsten Superyacht-Show in Monte Carlo im September vorgestellt worden ist, wurde entwickelt unter der besonderen Anteilnahme von „Super-Designern“ wie Fabio Buzzi, der sich schon bei den Luxus-Sportwagen von Bugatti verewigt hat, und dem unter Superyacht-Fetischisten als Halbgott verehrten Designer Redman Whiteley Dixon. Ach ja, und die Gründungsdirektoren von XSMG Marine, Ian Sanderson and Peter Dredge, sind beide Weltmeister im Powerbootfahren und Inhaber mehrerer „Super“-Weltrekorde. Diesen ist übrigens die nette, sehr britisch untertreibende Bezeichnung „der erste Supertender der Welt“ eingefallen. Understatement kann auch lügen!

Die Ähnlichkeit zu den Sportwagen edelster Provenienz ist aber nicht nur ein Marketingeinfall. Schon die klaren Linien des Designs, die auf einem 3-D-CAD-System entstanden sind, legen die Vorbilder nahe. Die fast 15 Meter lange Yacht ist schnittig wie der Lamborghini Murciélago, futuristisch wie der Ferrari 599 GTB Fiorano und elegant wie der Aston Martin V12 Vanquish.

Auch die Formel 1 stand Pate, das sieht man aber weniger, als dass es der Boots-Chauffeur spüren würde, wenn er etwas falsch machte. Die XSR48 hat ein den Hochgeschwindigkeitsrennern vergleichbares Monocoque aus Glasfiber, das einen solches Speed-Wellenreiten etwas entspannter angehen lässt. Angetrieben wird die Wasserflunder von zwei Zwillings-Turbo-Diesel-Aggregaten mit 11,3 Liter Hubraum der italienischen Marke Isotta Fraschini. Und die können, wenn es dem einen oder anderen zu gemächlich sein sollte, gegen Zweimal-15-Liter-Hubraum-Motoren ausgetauscht werden. Und was macht der „Tender“ dann „Spitze“? Satte 85 Knoten!

Ein Superspielzeug für Supermänner, das erste „Superboot“ mit Erfahrungen und Details aus Supersportwagen und Superyacht. Ja, auch mit einem Superpreis: 1,7 Millionen Euro. Da fällt dann der Obolus für den Superliegeplatz nicht ins Gewicht, ist ja nur ein Tender!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%