„Das war unerträglich“
Buchmesse startet mit Eklat

Die Leipziger Buchmesse ist am Mittwochabend mit einem Eklat gestartet. Der Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Salomon Korn, hat aus Protest den Festakt zur Eröffnung des Branchentreffs im Gewandhaus verlassen. Grund war eine Rede der früheren lettischen Außenministerin Sandra Kalniete.

HB LEIPZIG. Kalniete hatte in ihrer Rede nach Ansicht Korns Nationalsozialismus und Kommunismus gleichgesetzt. Korn stand daraufhin mit einigen Beratern von seinem Platz auf und sagte: „Das höre ich mir nicht an.“

Kalniete, die künftig EU-Kommissarin sein wird, hatte von Erkenntnissen gesprochen, dass die beiden totalitären Regimes Nationalsozialismus und Kommunismus gleichermaßen kriminell waren. Korn sagte nach dem Verlassen des Saals: „Das war unerträglich.“ Man dürfe nicht den Nationalsozialismus, der 48 Millionen Menschen das Leben gekostet habe, mit dem Kommunismus gleichsetzen.

In seiner Festrede zur Eröffnung der Buchmesse mahnte der Präsident des Internationalen PEN-Clubs, Jirí Grusa, die Länder Europas im Streit um die EU-Verfassung zur Einigkeit. Eine gemeinsame Verfassung der bald 25 Mitgliednationen müsse „ehest möglich“ her. Der tschechische Schriftsteller und Diplomat stimmte damit auf das Autorenspecial der Messe ein, das dem Verhältnis der neuen und der alten EU-Länder zu den USA gewidmet ist.

Bis zum Sonntag präsentieren 2084 Verlage und Editionen aus 30 Ländern ihre Programme und Neuerscheinungen. Die Organisatoren erwarten, dass die Zahl der Besucher erstmals sechsstellig sein wird. Geboten werden fast rund um die Uhr mit Europas größtem Lesefest „Leipzig liest“ und der neuen abendlichen Hörbuchreihe „Leipzig hört“ mehr als 1200 Veranstaltungen mit rund 1000 Mitwirkenden.

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