Debatte über rassistische Gewalt
Neue Sichtweise auf Tat von Potsdam

Im Fall des Übergriffs auf einen Deutschen äthiopischer Herkunft in Potsdam hat das Geschehene sich offenbar anders ereignet als bislang dargestellt.

HB POTSDAM. Der Übergriff auf einen Deutsch-Äthiopier in Potsdam hat sich nach Auskunft des Anwalts eines der beiden inhaftierten Verdächtigen anders zugetragen als bisher bekannt. „Nach den in der Ermittlungsakte befindlichen Beweismitteln, insbesondere Zeugenaussagen sowie der Auswertung des Mailbox-Mitschnittes stellt sich das Geschehen gänzlich anders dar, als bislang von den Ermittlungsbehörden der Öffentlichkeit mitgeteilt“, sagte Veikko Bartel am Freitag.

Laut „Berliner Morgenpost“ haben Zeugen berichtet, das Opfer selbst habe den Übergriff durch eine Provokation ausgelöst. Anscheinend hatte sich vor dem Tathergang ein kurzes Gespräch zwischem dem 37-Jährigen und den Tätern etwickelt. Danach soll der Deutsch-Äthiopier einen der beiden Männer getreten haben, woraufhin einer der Verdächtigten zurückschlug. Dies berichtete ein Taxifahrer der Zeitung. Die zurzeit Inhaftierten seien dann geflüchtet.

Der Überfall auf den schwarzen Deutschen am Ostersonntag hatte eine Debatte über rassistische Gewalt in Deutschland ausgelöst. Der Ingenieur war bei dem Überfall lebensgefährlich verletzt worden und liegt im Koma. Die Bundesanwaltschaft verdächtigt die beiden inhaftierten Männer, die Tat aus rassistischen Motiven begangen zu haben. Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtete vorab, nach Erkenntnissen von Polizei und Verfassungsschutz gebe es bisher keine Hinweise auf eine Nähe zur rechtsextremen Szene bei den Verhafteten. Die Anwälte beider Beschuldigten, die die Tat bestreiten, hätten Haftprüfung beantragt.

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